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Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
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Teskal


Beiträge: 826
Beitrag #1
Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Von とおり = Straße gibt es laut WaDoku 7 Möglichkeiten.

1] Strasse; Weg; Gang; Strassenverkehr. [2] Sorte; Art. [3] Weg; Methode; Weise; Art und Weise; wie. [4] Gunst; Ruf. [5] Art und Weise. [6] ungefaehr; im Grossen und Ganzen. [7] so; wie; gemaess.

Gibt es noch Wörter mit mehr Bedeutungen? Welche kennt ihr?

Ich meine nicht einzelne Silben oder Worteile, die normalerweise nicht für sich alleine stehen. Wie die meisten On-Lesungen. Von denen gibt es ja unmengen an Mehrfachdeutungen.

Interessant wäre es auch, wie ihr vorgeht bei solchen Mammutvokabeln. Wenn ein Begriff 1 - 3 Bedeutungen hat, geht es ja noch. Aber mehr machen mir echt Probleme.

Einer der Gründe, warum ich im Moment keine Kanji lerne, oder besser gesagt, es erst einmal wieder aufgegeben habe. Auch dort sind oftmals viel zu viele Bedeutungen vorhanden.
20.08.04 01:46
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zongoku
Inaktiv

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Beitrag #2
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
@Teskal,

Ich denke dass es dieses Wort ist.
掛ける = kakeru.
Grob gesehen hat es die folgenden Deutschen Anfangssilben, in Verbindung mit anderen Verben und zwar als Sinn was man selbst an einen anderen Gegenstand macht. zB. anhaengen, sich ueberhaengen, ankurbeln, etc. etc....

= An-, auf-, be-, dran-, ab-Verben, sich beziehen auf, (und zwar eins zum anderen).


掛かる = kakaru.
Hat so ziemlich die gleichen Bedeutungen wie kakeru, nur dass man selbst nicht die Aktive Person ist.
fallen (Regen), gefangen werden, betroffen sein von etwas, haengen (ueber der Feuerstelle), etc. etc.


付ける = tsukeru
Hat auch die deutschen Vorsilben, an-, be-, auf-, bei- +Verb.
Diese Form haengt A mit B zusammen, aber viel fester als "kakeru". Im Sinne von anheften, anloeten, anstecken (Ring), bemalen, etc. etc......

与える = ataeru, darstellen, bewilligen, verleihen.

Natuerlich nicht zu vergessen する = suru, machen tun, (da muss man jedoch aufpassen, denn mit anderen Kanji geschrieben hat es dann wieder neue Bedeutungen. so zB. aetzen, drucken, reiben, etc.

Aber welches die meisten Bedeutungen hat, kann ich so nicht beurteilen.

Aber vor dieser Huerde brauchst du dir auch keine Angst zu machen. Denn sonst haettest du auch nicht Deutsch lernen sollen. "g".

Schild (Welches ist denn nun gemeint)? Schutzschild, Verkehrsschild, Ritterschild, Zettel, etc. etc.

Strasse (Welche meinst du denn jetzt)? Hauptstrasse, Verkehrsstrasse, Wasserstrasse, Bundesstrasse, Landstrasse, Nebenstrasse, Unterstrasse, Strassenweg, etc. etc.

Na siehst du, so einfach ist das im Deutschen auch nicht.
Es kommt auf das Thema und Sozialestellung an was man als Wort verwendet und welche Bedeutung es am Ende hat.

Im Deutschen verwendet man auch fuer bestimmte Nomen das entsprechende Verb. Um da durchzusehen, ist auch nicht immer leicht.

Man pflueckt kein Gras, sondern rupft es.
Man rupft keine Rosen, sondern schneidet sie.
Man schneidet keine Blumen, sondern pflueckt sie.

Wann humpele oder hinke ich?
Ob ich nun jemand umfahre oder umfahre. das erste kann das zweite sein und umgekehrt.

Und wo hoert man im gesprochenen heraus, wie es geschrieben steht? Hat Schifffahrtsgesellchaft nun 2 oder 3 "f".

Na bist du nun ueberzeugt? Also nicht aufgeben, einfach weitermachen, du bist schon auf dem rechten Weg.
20.08.04 07:13
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Teskal


Beiträge: 826
Beitrag #3
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Danke, :-)

ich bin auch nicht wirklich an verzweifeln. Wenn verzweifle ich eher daran eigenständig Sätze zu bilden. Oder, wenn jemand zu mir sagt: "Sag mal was auf Japanisch" Dann habe ich meist den totalen Blackout.

Einer der Gründe warum ich mir jetzt Internetseiten schnappen werde, wo ganze Sätze gelistet , ich werde dann Sätze auswendig lernen, in denen Vokabeln vorkommen, die ich schon kenne.

Zum Thema, mir ist schon klar das es immer Doppelbedeutungen geben wird, auch im Deutschen.

Was ich nicht meine ist, das Oberbegriffe gibt, wie z. B. Straße und viele genauere Begriffe, die das Objekt genauer beschreiben z.B. wie du sagtest Hauptstraße, Landstraße, Nebenstraße usw.

Aber kakeru und kakaru sind Wörter, die ich meine

kakeru:
1 haengen; aufhaengen; aushaengen. 2 anhaken; zuhaken; zuschliessen; zusperren. 3 lehnen; anlegen; sich hinsetzen. 4 bedecken; decken; zudecken; legen; auflegen. 5 ausgeben; verwenden; anlegen; sich kosten lassen. 6 multiplizieren. 7 stellen. 8 giessen; begiessen; bespritzen. 9 besteuern; auferlegen. 10 tragen; aufhaben; umhaben. 11 anreden; ansprechen. 12 telefonieren; anrufen. 13 anstellen; anschalten. 14 aufgeben (Raetsel). 15 stellen. 16 geben. 17 schreiben koennen 18 (schriftspr.) fliegen. 19 rennen; laufen. 20 galoppieren. 21 abbrechen; abbroeckeln; stueckweise abgehen. 22 fehlen; mangeln; abgehen; entbehren; ermangeln; gebrechen. 23 abnehmen (Mond). 24 wetten; setzen. 25 riskieren. 26 anfangen, ... zu tun; mit ... anfangen. 27 im Begriff sein, etw. zu tun; am Rande von etw. stehen. 28 sich an jmdn. richten.

kakaru:
1 haengen; herabhaengen. 2 ueberhaengen; hinueberragen. 3 haengen bleiben. 4 dauern; kosten. 5 bedeckt werden; ausgesetzt werden. 6 abschliessen. 7 auferlegt werden. 8 brauchen in Anspruch nehmen; kosten; erfordern. 9 anfangen; beginnen. 10]gebaut werden. 11 angerufen werden. 12 wiegen. 13 sich entgegenstellen: angreifen; herfallen. 14 einen Arzt konsultieren; sich an einen Arzt wenden. 15 betreffen; angehen. 16 krank werden; eine Krankheit bekommen; leiden an. 17 betroffen werden; geraten in ...; erleiden 17 (schriftspr.) solch ein; ein solcher; so einer wie ....

Diese Bedeutungen habe ich in Wadoku gefunden. (Wo das Wort nur für sich alleine steht.)

Wenn man sich auf Japanisch unterhält muß man wohl sehr konzentriert zuhören um den Zusammenhang überhaupt mitzukriegen.

Beispiel "kakeru" = Was meinte er, wollte er sich aufhängen oder multiplizieren?

Ich mache es in diesem Thread schlimmer als es wirklich ist. Wie du schon sagst, zongoku, dies gibt es auch in anderen Sprachen, wo es vorkommt.


(Übrigens, die lustigen Zeichen im ersten Eintrag von mir, sind nicht von mir, eigentlich sollten da Nummern stehen. Lag vielleicht daran, das es eckige Klammern waren. Ich hoffe das nicht nur ich sie sehe.)
20.08.04 09:16
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #4
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Ich glaube, Du gehst von einem etwas merkwürdigen Blickwinkel an die Sache heran. "Welches Wort hat die meisten Bedeutungen?" klingt so, als ob die Japaner merkwürdigerweise in vielen Fällen, in denen verschiedenste Dinge gemeint sind, immer dasselbe Wort benutzen würden. Das tun sie natürlich nicht. Und wir auch nicht. Und auch sonst niemand.

Daß zu einer japanischen Vokabel viele Einträge in einem jap.-dt. Wörterbuch existieren, heißt in erster Linie, daß die Vorstellungen von den Dingen (= die Sicht auf die Dinge) in den zwei Sprachen sich unterscheidet, und daß deswegen Dinge, die im Japanischen als gleich/ähnlich empfunden werden, im Deutschen eben als verschieden angesehen werden. Deswegen benutzen die Japaner immer dasselbe Wort, die Deutschen haben aber für die einzelnen Fälle verschiedene. Im Ergebnis gibt es dann im Wörterbuch für ein japanisches Wort viele deutsche Übersetzungen.

Aber das funktioniert andersherum genauso. Manche Dinge sind für uns gleich/ähnlich, die im Japanischen als verschieden angesehen werden - und dann gibt es für eine deutsche Vokabel viele japanische Entsprechungen.

Beispiel "kakeru". Dieses Wort "bedeutet" ja nicht wirklich für sich allein genommen sowohl "aufhängen" als auch "gießen", "aufsetzen" und "telefonieren". Wer das wirklich glaubt, liegt deftig daneben (und wird - nebenbei bemerkt - mit dem "Bedeutungen-Lernen" auch in Äonen nicht fertig werden).

Das Wort "kakeru" bezeichnet hier die Idee davon, daß irgend etwas an etwas anderes herangebracht wird.

Wenn ich einen Mantel an den Haken "heranbringe", dann ist das "aufhängen". Wenn ich Wasser an die Pflanze "heranbringe", dann ist das "gießen". Wenn ich die Brille an meinen Kopf "heranbringe", dann ist das "aufsetzen". Und wenn ich ein Telefongespräch von meinem Apparat an den eines anderen "heranbringe", dann ist das "telefonieren".

Das ist die ganze Zauberei. Mehr steckt da in aller Regel nicht dahinter. Der Japaner tut irgend etwas und nennt das "kakeru" - und der deutsche Wörterbuchautor überlegt sich nun, wie er das "übersetzen" könnte (sprich: Wie wir Deutschen diese Tätigkeit nennen würden). Wir sehen eben nur "Wasser an die Pflanze heranbringen" und "Brille an den Kopf heranbringen" als zwei völlig verschiedene Vorgänge (erkennen also nicht dieselbe Gemeinsamkeit, die die Japaner erkennen) und benutzen deswegen verschiedene Verben. Und sobald es kein Wasser ist, das an die Pflanze "herangebracht" wird, sondern z. B. eine Mineralienlösung, nennen wir das eben "düngen"... Und schwups: Schon steht unter "kakeru" im Wörterbuch eine "Bedeutung" mehr. (Und der irritierte Sprachenlernerfrischling fragt sich dann, wieso ein japanisches Wort "so viele Bedeutungen" haben und sowohl "telefonieren" als auch "aufhängen" als auch "düngen" als auch "..." heißen kann.)

Die japanischen Wörter (wie z. B. "kakeru") HABEN also nicht so wahnsinnig viele Bedeutungen, sondern sie KRIEGEN sie, wenn sie aus dem Blickwinkel des deutschen Weltverständnisses betrachtet werden.

Wilhelm von Humboldt hat gesagt, jede Sprache sei eine "spezifische geistige Manifestation". Er meint damit, daß jede Sprache die Welt SO beschreibt, wie die Sprecher dieser Sprache sie in ihrem Geiste sehen. Eine andere Sprache beschreibt die Welt anders, weil die Sprecher der anderen Sprache sie anders wahrnehmen. Aber es ist und bleibt dennoch DIESELBE Welt. Für Deutsche gibt es zwischen "Mantel aufhängen" und "Brille aufsetzen" keine/kaum Gemeinsamkeiten - für die Japaner ist das mehr oder weniger derselbe Vorgang. - Die beiden Tätigkeiten an sich (= die Welt) sind in Deutschland und Japan identisch, ob wir sie aber mit demselben Wort oder mit verschiedenen Wörtern benennen, unterscheidet sich, weil wir die Welt eben verschieden wahrnehmen/beurteilen.

Ich - und keineswegs nur ich - rate dazu, beim Vokabellernen nicht einfach zu lernen: YX "heißt" auf Japanisch Sowieso, sondern sich anhand von Beispielen anzusehen, welcher Kerngedanke (bzw. welche Kerngedanken) hinter dem Wort steckt (bzw. stecken) - in wirklich guten Wörterbüchern versucht man ja auch, das zu umschreiben. Dann versteht man VIEL besser, wie es zu den vielen - auf den ersten Blick völlig verschiedenen - Übersetzungen kommt... und dann muß man die auch nicht alle lernen, sondern kommt - aus der eigenen muttersprachlichen Kompetenz heraus - ganz von selbst auf den im jeweiligen Fall angemessenen deutschen Ausdruck (vorausgesetzt natürlich, daß man seine Muttersprache in nennenswerter Weise beherrscht).
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.08.04 13:23 von Botchan.)
20.08.04 10:03
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #5
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Ja ich sehe die Bildercher auch.
Uebrigens sind nicht alle Woerter von kakeru aufgelistet.
In der wadokuwa Datei gibt es ueber 150 Bedeutungen.

Aber die Zahl kann sich noch erhoehen.

bei kakaru sind es in etwa 80 Bedeutungen.

Tatsu, wakaru, miru, diese mit den verschiedensten Kanji geschrieben.

Von Deutsch ausgesehen, nur das Verb "abbrechen" hat ueber 70 Eintraege. Und so ist das mit vielen Woertern und Verben.

"gehen" Hat ueber 130 Eintraege. Und der Strom reisst nicht ab.

Wie man damit umgeht? Ganz einfach man lernt nur jene die man fuer sein Studium benoetigt. Ausserdem den richtigen Sinn fuer das Verb bzw. Wort. Vielleicht durch Eselsbruecken.

Bei Zweifelsfragen, dem Herrn Lehrer oder der Frau Lehrerin ein Loch in den Bauch fragen.

Ich finde das toll, wenn man sie an die Wand nageln kann.
Schoen ist es nicht, aber um nicht dumm zu bleiben ist es besser man tut das beizeiten.

Tschuess.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.08.04 10:12 von zongoku.)
20.08.04 10:09
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chiisai hakuchoo


Beiträge: 530
Beitrag #6
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Zitat:Einer der Gründe, warum ich im Moment keine Kanji lerne, oder besser gesagt, es erst einmal wieder aufgegeben habe. Auch dort sind oftmals viel zu viele Bedeutungen vorhanden.

"Niemals aufgeben!" sagte sich schon der Frosch, als er im Schnabel des Storches steckte und selbigem die Gurgel zudrückte. Ich bin nicht sicher, aber meines Wissens nach erfreut sich der Frosch bis zum heutigen Tage bester Gesundheit grins

Das was dir die Kanji zum Greuel macht, nutze ich erfolgreich, um mir das Lernen zu erleichtern. Klar haben viele Kanji gleiche Bedeutungen, aber die Bedeutungen haben (fast) immer auch eine gewisse Ähnlichkeit miteinander. Da kann ich dir das "Pict-o-graphix" empfehlen, das hier schon mehrfach besprochen wurde. Darin lernt man auch, aus welchen verschiedenen Kanji manches andere (komplizierte) Kanji zusammengesetzt ist. Auf die Weise lerne ich oft zwei bis drei Kanji auf einmal. Das Buch gibt es aber meines Wissens nach in dieser Form nur auf englisch.

Zongokus Beispiele sind sehr gut gewählt, finde ich. In unserer eigenen Muttersprache ist uns nie bewußt, daß sie für Ausländer genau dieselben Schwierigkeiten bereithält, die andere Sprachen für uns haben. Erst kürzlich sagte ein amerikanischer Kollege zu mir: "Genau wie Hunde wedeln Männer auch mit dem Schwanz, wenn sie sich freuen." Ich glaube, er weiß bis heute nicht, was mich und meine Kollegin zu diesem gewaltigen Heiterkeitsausbruch veranlaßt hat...

Für Muttersprachler ist es witzig, wenn ein Ausländer so einen Quatsch daherredet, weil er die genaue Bedeutung oder die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes nicht kennt oder sich darin irrt. Aber das sollte uns nicht irritieren, denn irgendwann bekommen wir sicher eine Gelegenheit zur Revanche. Und wenn nicht, dann gehören wir wenigstens zu denen, die sich bemühen.

Wenn ich an den Kanji verzweifel - das kommt nicht so selten vor wie es hier vielleicht den Anschein hat - dann sage ich mir: "Sei froh, daß du nicht chinesisch lernst. Du wirst immer wieder ein Kanji nachschlagen müssen, wenn du erst in der Lage bist, Bücher zu lesen. Aber die Kana kannst du und auch ein paar Kanji, und eines Tages wird das genügen, um ein Buch mehr oder weniger fließend zu lesen."

In diesem Sinne: Weitermachen, immer besser werden, aber niemals den Anspruch an sich selbst stellen, so perfekt wie ein Muttersprachler zu sein. Wir sind keine Muttersprachler, wir fangen alle im Erwachsenenalter oder kurz davor erst an, Japanisch zu lernen, und die meisten von uns haben wohl auch nicht die nötige Zeit, ihr Gehirn derartig mit Wissen vollzustopfen, wie es die Kinder in Japan tun.

Eine fremde Sprache zu beherrschen knüpft ein Band zwischen den Menschen, das ohne dieses Wissen niemals existieren könnte.
www.edition-ginga.de
20.08.04 13:06
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Teskal


Beiträge: 826
Beitrag #7
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Ich habe schon einige Vokabeln auswendig gelernt. Ok, es sind erst um die 200 - 250, genau weiß ich es nicht. Ich bin mit mein Japanisch also noch nicht besonders weit. Ich erwarte auch nicht das es schnell geht.

Mit den Kanji's werde ich sicher weitermachen, schließlich will ich später in der Lage sein Texte zu lesen und da komme ich nicht dran vorbei. Ein paar einfache wie 白い、日本人、木、本 erkenne ich ja schon.

Ich werde wohl die restlichen Vokabelkarten noch zuende lernen und dann anfangen die bisherigen Vokabeln in kleine Beispielsätze zu bringen und diese dann erneut zu lernen.
20.08.04 13:35
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #8
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Zitat:aber niemals den Anspruch an sich selbst stellen, so perfekt wie ein Muttersprachler zu sein...

So? Wieso darf man nicht zumindest diesen Anspruch an sich stellen? Also, ICH stelle mir diesen Anspruch durchaus. Ich weiß, daß ich noch Meilen und Meilen vom Erreichen dieses Zieles entfernt bin, aber warum sollte ich (oder jeder andere) mich damit zufriedengeben, "so halbwegs" Japanisch zu können?

Bei mir nebenan wohnt eine Britin. Sie ist mittlerweile Mitte fünfzig. Sie kam als Anfang 30-Jährige nach Deutschland (hat hier einen Deutschen geheiratet). Ich wette jeden Betrag: Wer nicht WEISS, daß sie aus England kommt, würde das an ihren Sprachfähigkeiten NIEMALS erkennen. Sie hat nicht den geringsten Akzent mehr, macht keine Grammatikfehler und besitzt einen Wortschatz und eine Konversationsweise, daß es die reinste Freude ist, mit ihr zu plaudern. Ich kenne viele Deutsche, die des Deutschen WEITAUS weniger mächtig sind als diese Frau. Sie ist einfach super - und für mich ein großes Vorbild.

Also, ich weiß ja nicht, was IHR macht, aber ICH setze meine Ziele hoch - und folge da ganz dem Worte, das William S. Clark, einer der Gründer der Hokkaido-Universität, an der ich bald studieren darf (Juhu!), seinen japanischen Studenten ins Stammbuch schrieb: "Boys, be ambitious!"
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.08.04 13:40 von Botchan.)
20.08.04 13:35
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Unregistriert

 
Beitrag #9
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Ich stimme Botchan zu. Hohe Ziele sind wichtig.
Es ist aber auch eine Frage des Vergleichs. Natürlich würde es fast unmöglich sein, einem japanischen Linguistikprofessor Konkurrenz zu machen, aber das soll auch nicht das Ziel sein. Das Wissen ist in dieser Hinsicht unendlich und unbezwingbar.
Ich kann dir einige Personen (Nicht-Deutsch-Muttersprachler) präsentieren, die weitaus bessere Fertigkeiten in der Deutschen Sprache als jeder Durchschnittsstudent. Und die sind nicht bilingual.
Oder anders herum. Mein Ex-Kommilitone hat mit 24 Jahren Chinesisch angefangen, hat ingesamt sieben Jahre gelernt, war drei Jahre davon in China und spricht es nach Angaben unseres früheren Lehrers natürlich und ohne Akzent, also wie ein Muttersprachler. Und die meisten Chinesen sind im Gegensatz zu den meisten Japanern nicht so einschmeichelnd. Die sprechen Tacheles.
Wenn man natürlich jeden Tag nur ein oder zwei Stunden lernt, kann man das natürlich nie erreichen, außer man ist ein Genie.
20.08.04 14:19
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chiisai hakuchoo


Beiträge: 530
Beitrag #10
RE: Welche Wort hat die meisten Bedeutungen?
Zitat:aber niemals den Anspruch an sich selbst stellen, so perfekt wie ein Muttersprachler zu sein...

So? Wieso darf man nicht zumindest diesen Anspruch an sich stellen? Also, ICH stelle mir diesen Anspruch durchaus. Ich weiß, daß ich noch Meilen und Meilen vom Erreichen dieses Zieles entfernt bin, aber warum sollte ich (oder jeder andere) mich damit zufriedengeben, "so halbwegs" Japanisch zu können?

Wenn ich sage, daß ich niemals perfekt sein werde, dann meine ich keineswegs, daß ich "nur so halbwegs" japanisch sprechen möchte. Damit bin ich auf keinen Fall zufrieden, im Gegenteil bin ich eher ein ziemlicher Perfektionist. Aber meine Zeit ist begrenzt, ich persönlich kann nicht mehr als eine Stunde täglich investieren.

Ich habe über Jahre hinweg sehr viel Energie in mein Englisch gesteckt, die letzten Monate habe ich neben einem Vollzeitjob mehrere Stunden am Tag gelernt, war nie ohne Buch oder Vokabeln bzw. ganze Sätze in der Hand oder englische Hörbücher auf den Ohren zu sehen. Der Erfolg gibt mir Recht, weil ich laut der Universität von Cambridge nun mit einem "gebildeten Muttersprachler" gleichgestellt werde. Das Ziel hatte ich mir gesetzt, weil ich eines Tages in Australien leben möchte, idealerweise auch dort arbeiten will, und meine eigenen Bücher ins Englische übersetze. Für letzteres brauche ich perfekte Englischkenntnisse.

Als ich ein paar Wochen nach meiner Englisch-Prüfung mit Japanisch angefangen habe, war es eine wahre Erholung, ganz ohne Druck zu lernen, und das ist es immer noch. Eines Tages werde ich mich vielleicht wieder so unter Druck setzen, weil ich auch meine Japanischkenntnisse irgendwann in Form eines Zertifikates schwarz auf weiß haben möchte. Aber vorläufig bin ich glücklich und zufrieden damit, in Ruhe lernen zu können, denn auf Dauer kann Druck auch schaden, selbst wenn man ihn selbst ausübt.

Hohe Ziele sind okay, prima und manchmal notwendig. Aber wenn man seine Ziele von Anfang an zu hoch steckt, dann ist man ganz schnell frustriert und gibt auf. Meine eigenen Ansprüche an mich selbst steigen mit meinen Leistungen. Anfangs war ich glücklich, ein paar Brocken in einem Film zu verstehen, mittlerweile bin ich schnell enttäuscht, wenn meine Leistungen in meinen eigenen Augen nicht gut genug sind.

Träume und hoch gesteckte Ziele ja, aber anfangs sollte man seine Ziele auf keinen Fall zu hoch stecken, das sage ich mir selbst immer wieder. Wenn ich eines Tages so gut japanisch spreche wie ich jetzt englisch spreche, dann ist das ganz toll. Aber wenn ich mir das jetzt schon zum Ziel gemacht hätte, dann hätte ich schon längst völlig frustriert aufgegeben.

Eine fremde Sprache zu beherrschen knüpft ein Band zwischen den Menschen, das ohne dieses Wissen niemals existieren könnte.
www.edition-ginga.de
20.08.04 14:33
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