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Arbeiten in Japan
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Sakai Yuji


Beiträge: 24
Beitrag #1
Arbeiten in Japan
Hi,

ich habe vor nach meinem Studium in Japan zu leben.
Als Studienweg habe ich mir vorgenommen Maschinenbau (Ingenieur) mit Japanisch als NF zu belegen.
Wie stehen die Chancen in Japan im Maschinenbereich einen Job zu bekommen?
Und was muss ich alles vorweisen um in Japan leben zu dürfen?

Ich hoffe ihr könnt mir dabei helfen.
MfG
SY

Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
21.04.10 12:55
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Ablïarsec


Beiträge: 287
Beitrag #2
RE: Arbeiten in Japan
(21.04.10 12:55)Sakai Yuji schrieb:  ich habe vor nach meinem Studium in Japan zu leben.

Was weisst du von Japan, um diese kuehne Entscheidung zu treffen?

f'a rume catmé gereulacr - f'a flare rycmal gereulacr.
---------------------------------------------------
http://j-rock.megaweb.de
21.04.10 14:23
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #3
RE: Arbeiten in Japan
Ich würde sagen, dass deine Chancen wirklich nicht schlecht stehen, wenn Du ein abgeschlossenes Maschbau-Studium und Japanischkenntnisse auf JLPT1-Niveau vorweisen kannst.

Du solltest nur einplanen, während der Bewerbungszeit in Japan zu sein d.h. von Januar oder Februar bis Mai, Juni in deinem letzten Studienjahr. Außerdem wäre es vorteilhaft für dich, wenn ein dein letztes Semester ein Wintersemester wäre, weil Neuangestellte i.d.R. geschlossen im April anfangen zu arbeiten und firmeninterne Schulungen durchlaufen.
21.04.10 16:32
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Sakai Yuji


Beiträge: 24
Beitrag #4
RE: Arbeiten in Japan
Ich war schonmal da, deshalb weiß ich das es mir gefallen wird.
Ich habe schon gehört das man als Ingenieur in Japan besonders im Maschinenbau gute Aussichten hat, wollte dies nur bestätigt haben.
Ich überlege vor meinem Studium noch ein "Working Holidays" in Japan zu machen.

Für die die es nicht kennen: "Man braucht Flugticktets, min. 2000€ und bestimmte Unterlagen, dann bekommt man für 1 Jahr eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Japan. Doch man muss sich sofort einen Job suchen um das Jahr dort alleine zu überstehen.

Ich finde das gut um die Sprache und Verhaltensregeln lernen.
So habe ich ein gutes Polster für das Studium.

Oder sollte ich lieber sofort anfangen zu studieren?

Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
22.04.10 10:01
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #5
RE: Arbeiten in Japan
Schwierige Frage. Ich hab nach dem Abi auch Working Holiday in Japan gemacht und bin nach wie vor sehr froh über die Entscheidung, allerdings stellen japanische Firmen i.d.R. am liebsten möglichst junge Bewerber ein und Deine Konkurrenz bei der Arbeitssuche wird um die 22, 23 Jahre alt sein. Bei Ausländern machen ja. Unternehmen aber oft auch Ausnahmen.
22.04.10 11:54
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gakusei


Beiträge: 495
Beitrag #6
RE: Arbeiten in Japan
Die Kombination hört sich zwar vernünftig an, aber Japanisch als Nebenfach zu belegen ist eigentlich nicht unbedingt nötig. Ich würde das selbstständige Lernen empfehlen, wobei du zwar mit Einsteigerkursen entweder an der Uni oder irgendeiner Sprachschule am besten in Japan selbst beginnst, und dir dann später ein eigenes Lernprogramm nach deinem persönlichen Pensum zusammenbaust. Grammatik, Vokabeln und Kanji, kann man nach einem gewissen Grundverständnis für die Sprache wesentlich besser selbständig lernen, da man nicht an das oft lahme Tempo in Kursen (VHS, normale Uni-Sprachkurse) bzw. an unnötige Lehrinhalte (Japanologie-Studium ... falls es dich doch interessiert kannste Geschichte und Altjapanisch etc. ja extra lernen zwinker ) gebunden ist. Der einzige Nachteil dabei ist, dass man ein wenig Disziplin benötigt. Dazu empfehle ich sich jedes Jahr (oder inzwischen sogar halbjährlich) für den JLPT der passenden Stufe anzumelden, das steigert die Lernmotivation und brauchen tust du ihn eh wenn du dich später japanbezogen bewerben willst. Lernmethoden kannste ja hier im Forum nachlesen (Bücher, Lernsoftware wie z.B. Anki oder Stackz), was diesbezüglich wesentlich fortgeschrittener ist als die verstaubten didaktische Methoden in den meisten Sprachkursen (Lernsoftware kannste natürlich trotzdem verwenden). Der Vorteil beim selbständigen Lernen ist, wiegesagt das du dich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren kannst, die du brauchst um japanisch tatsächlich professionell im Beruf verwenden zu können. Außerdem hast du so ein vollwertiges Maschinenbaustudium (ich habe noch nie gehört, dass man als Maschinenbauer ein Nebenfach belegt, aber is auch nich mein Metier) was dir bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt bringt. Du musst dir überlegen, dass Japanischkenntnisse zwar ganz nett sind, aber du für den Arbeitgeber trotzdem nichts taugst, wenn du nicht die enstprechenden Fachkenntnisse, bzw. Noten und Fachpraktika etc. mitbringst. Deswegen leg den Fokus während deines Studiums darauf!

Ganz ehrlich, ich wundere mich manchmal über die Leute, deren primäres Ziel es ist einmal in Japan zu arbeiten, und deswegen Japanologie studieren (nur im Nebenfach ist ja noch ok). Die Jungs und Mädels die richtig gute Jobs bekommen in Japan (ich kenn da so ein paar, und ich weiß das L4D auch ein paar kennt zunge ) haben so gut wie nie Japanologie studiert sondern eben die Standard-Studiengänge denen gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt nachgesagt werden (z.B. Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieur, Informatik etc.). Das soll nicht heißen, das man nicht Japanologie studieren soll wenns einem Spaß macht, aber man muss sich halt bewusst sein, dass es nicht so viele Jobs für Japanologen gibt. Natürlich kann eine Kombination dieser Studiengänge mit dem Sprachstudium sinnvoll sein, aber während die anderen für eine Klausur in Japanischer Geschichte lernen oder Hausarbeiten zu irgendeinem kulturellen Thema mit Japanbezug schreiben kannst du Vokabeln und Kanjis pauken, bzw. dich für deine Maschinenbau-Klausuren vorbereiten. Wenn du wirklich das Ziel hast in Japan zu arbeiten ist es besser dich auf die Dinge zu konzentrieren die dir dabei helfen. Wenn auch "nice to have" gehören (detaillierte akademische) Kenntnisse zur japanischen Geschichte und Kultur da normalerweise nicht dazu, bzw. können den Gegenwert der zeitlichen Investition in den Erwerb von Fachkenntnissen niemals aufwiegen.

Ein weiterer Punkt ist, ich würde dir nicht empfehlen dich direkt nach Abschluss in Japan zu bewerben, erst recht nicht bei einem japanischen Unternehmen, und das jetzt mal unabhängig von der Lage auf den beiden Arbeitsmärkten deren Entwicklung du im Moment sowieso nicht absehen kannst. Meiner Meinung ist der beste Weg bei einem großen international aufgestellten deutschen Konzern anzufangen (da hast du besser Chancen ins Ausland (mit Ausnahme des Heimatlandes des Konzerns) zu gehen) dir ersteinmal deine Sporen in Deutschland zu verdienen und dich dann von denen nach Japan schicken zu lassen. Wenn du Glück hast findest du in Deutschland(!) einen Job bei einer Firma die dich direkt nach Japan schickt (kenn da auch mehrere Kandidaten). Da wirst du im Idealfall schön nach Leistung und nicht wie bei den Japanern nach Alter bezahlt, kriegst den Expat-Bonus noch oben drauf, den du dank der niedrigeren Steuern in Japan gleich doppelt geniessen kannst, und das bei wesentlich angenehmeren Arbeitsbedingungen als sie bei japanischen Unternehmen, insbesondere für Berufsanfänger gelten. Das deutsche Bildungssystem ist einfach nicht mit dem japanischen Jobmarkt für Absolventen kompatibel, du bist da teilweise gnadenlos überqualifiziert (zumindest wenn du einen Studiengang aus den oben genannten Bereichen und nicht Japanologie abgeschlossen hast), was auch kein Wunder ist, wenn du dir mal die Ausbildung auf japanischen Universitäten (Undergraduate) anschaust, oder auch einfach nur das Alter der Absolventen (was sich ja durch Bologna jetzt etwas annähert). Auf diese Weise hast du auch bessere Chancen wieder erfolgreich (also nicht arbeitslos) nach Dland zurückzukommen, sollte es dir langfristig doch nicht gefallen im Land der aufgehenden Sonne. Deinen ersten Durst nach einem Leben in Japan kannst du stillen durch ein Auslandsstudium in Japan und zusätzlich evtl. noch Praktika bei deutschen Unternehmen in Japan, idealerweise dann schon deinem zukünftigen Arbeitgeber!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.10 19:46 von gakusei.)
23.04.10 00:30
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #7
RE: Arbeiten in Japan
Ich würde nicht sagen, dass Selbstudium so einfach ist. Allerdings kann man doch an jeder Uni die Japanischkurse auch als Fachfremder einfach besuchen. Entweder werden die Kurse speziell so angeboten, oder man setzt sich einfach rein, redet kurz mit dem Lehrer und im Allgemeinen ist das Problem.

Daher ergibt sich eigentlich gar keine Notwendigkeit, Japanologie zu belegen. Wer nur den Sprachkurs machen will, kann das eigentlich ohne Probleme auch als Maschinenbauer, Physiker oder Mediziner belegen.

Klar muss man sich etwas Zeit im Stundenplan verschaffen (Diese 2-SWS-Kurse bringen nicht viel, da wird man eher vom Tempo verlangsamt, aber die 10-SWS-Kurse finde ich wirklich nicht schlecht). Das macht man dann ein Jahr lang und hat dann eine gute solide Basis. Anschließend kann man ja immer noch die Anzahl der Stunden herunterschrauben, z.B. auf 4 oder 2 SWS.

Mit irgendwelchen Vorlesungen zur Geschichte kann man ganz analog verfahren. Einfach hineinsetzen, mitmachen.
Ich glaube, die wenigsten Dozenten schmeißen einen heraus. Besonders, wenn man engagiert ist.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
23.04.10 04:10
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #8
RE: Arbeiten in Japan
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, ein Japo-Studium muss nicht unbedingt sein. Was zählt, sind die Sprachkenntnisse.

Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass Du am Ende Deines Studiums andere Ziele als jetzt hast, ist ziemlich hoch aber selbst wenn: mit einem MaschBau-Diplom und Japanischkenntissen wirst Du auch in Deutschland oder sonst wo nicht schlecht dastehen.
23.04.10 08:19
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gakusei


Beiträge: 495
Beitrag #9
RE: Arbeiten in Japan
Vielleicht hab ich mich nich klar ausgedrückt, ich meinte mit "selbständiges Lernen" nicht das man keine Kurse besuchen soll, sondern dass man nicht "offiziell" Japanologie im Nebenfach belegen soll, weil man dort zu sehr an den jeweiligen Lehrplan gebunden ist. Man soll sich einen eigenen Lehrplan zusammenstellen, und dieser kann beeinhalten, dass man diese Kurse besucht. Wie bereits gesagt sind die aber nur am Anfang (also z.B. die ersten 2-3 Semester oder so hilfreich), danach lohnt es sich völlig selbständig mit guten Lehr- und Übungsbüchern weiterzulernen. Jedenfalls war das mein Ansatz. Ich studiere VWL (noch 1.5 Monate zwinker ) und habe selbst im Grundstudium Japanologie-Sprachkurse belegt (8 SWS pro Woche) im Hauptstudium vereinzelt Kurse wie jap. Zeitungslektüre oder Wirtschaftsjapanisch. Den Großteil meiner Kenntnisse hab ich aber im Selbststudium erworben. Ich hab auch die Klausuren in den Kursen mitschreiben dürfen, und hab mir sogar einen Kurs (als Sprache) im Wahlbereich meines Hauptstudiums anrechnen lassen. Generell hab ich aber als Beleg für meine Kenntnisse die JLPTs gemacht, den 1er dann während meines Auslandsstudiums in Japan. Ist natürlich leichter gesagt als getan, aber ich würde jedem empfehlen vor einem längeren Japanaufenthalt während des Studiums zu versuchen auf ein Niveau von mind. JLPT2 zu kommen. Dabei ist es nicht so schlimm wenn man noch nicht gut sprechen kann (Hörverständnis sollte aber da sein, am besten über enormen J-Dorama-Konsum zu trainieren zwinker , und wird ja auch im JLPT abgefragt). So hat man eine gute Basis um sich in Japan dann auf Sprechen-Üben zu konzentrieren, bzw. tut dies dann automatisch im Alltag. So ein Aufenthalt bringt um einiges weniger wenn man noch nix versteht, und nichts sagen kann, und dann notgedrungen auf Englisch ausweichen muss, was dann auch darauf hinausläuft, dass man sich so gut wie ausschließlich mit anderen englisch- oder deutschsprachigen Leuten umgibt, man also zusätzlich noch weniger sprechen übt. Als VWLer würd ich es so ausdrücken, dass der Lernfortschritt während des Aufenthalts nicht linear, sondern exponentiell wächst, und der Vorsprung den du in einem solchen Jahr gewinnst, gegenüber vergleichbaren Studenten mit einem geringeren Ausgangsniveau zu Beginn des Aufenthalts, von letzteren nicht wieder aufzuholen ist. Außerdem ist wohl klar, dass Japan natürlich tausendmal mehr Spaß wenn man die Sprache kann.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.10 17:22 von gakusei.)
23.04.10 17:04
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Sakai Yuji


Beiträge: 24
Beitrag #10
RE: Arbeiten in Japan
Ok.
Danke für die gute Beratung, weiß jetzt ungefähr was ich vorhabe.
eine sache wäre da aber noch.

Ich bin gerade mitten in meinem Abi. habe auch als Fremdsprache Japanisch in einem Zentralkurs und möchte da auch meine Abiturprüfung drin schreiben.
Sollte ich nach meinem Abi sofort Studieren, oder Working Hollidays machen da ich nach dem Studium zu alt dafür wäre.

Ich finde Working Hollidays wären gut um sich erstmal einen überblick zu verschaffen.
Da ich jemanden kenne der in Chiba wohnt und auch Deutsch kann hätte ich auch hilfe falls ich anfangs noch nicht ganz zurecht käme.

Was meint ihr? Sofort Studium oder erst Working Hollidays?

Thx

Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
25.04.10 14:55
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Arbeiten in Japan
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