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(In)Effizienz der Kanji
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #91
RE: (In)Effizienz der Kanji
Wer kein elektronisches Wörterbuch mit "Schreibfläche" besitzt, kann in einem Papierwörterbuch mit Hilfe des Klassenzeichens und/ oder der Strichzahl Lesung und Bedeutung nachschlagen und dann das Zeichen über IME normal tippen.

Auf einem MacBook kann man chin. Schriftzeichen zusätzlich noch über das Touch-Pad eingeben.

And so castles made of sand fall in the sea - eventually ...
09.03.11 20:57
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #92
RE: (In)Effizienz der Kanji
Man kann auch bei Windows und auch bei Japanisch die Zeichen auf den Bildschirm zeichnen.
Wer sich jedoch in Kanji nicht auskennt, wird nicht in der Lage sein, Schriftzeichen richtig zu zeichnen und zu erkennen:
A) Sie kennen keine Radiale
-A1)Sie wissen nicht welches Radikal das Hauptradikal ist
--A11)Sie können das Zeichen nicht nachschlagen.
-A2)Sie kennen keine Radikalähnlichkeiten (心 = 㣺! 人 = 亻 !)
--A21)Sie können das Zeichen nicht nachschlagen.
B) Sie können keine Strichreihenfolgen ziehen
-B2) Denshijisho erkennen die Zeichen dann nicht
C)Sie neigen dazu mit der Zeichenmenge überfordert zu sein
-C1)Sowohl beim Suchen
-C2)Als auch wenn sie das Ergebnis gefunden haben.

Ein großes, informationsgefülltes Schild ist außerdem nicht zu übersetzten, wenn man nicht 5 ganze Minuten investieren möchte.
09.03.11 21:06
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #93
RE: (In)Effizienz der Kanji
(09.03.11 20:43)Holger Kühn schrieb:  ...wie man Kanji eingeben bzw. abtippen kann, wenn man sie nicht lesen kann bzw. ihre Aussprache (zur Eingabe) nicht kennt.
Z. B. mit dem IME-Pad schreiben.

   

Ich dachte immer, dass es Zeichen auch erkennt, wenn z. B. die Strichfolge nicht stimmt...hab´s grad getestet - es verhält sich leider doch nicht so. Ich hatte mich schon sehr früh mit Strichfolgen und Radikalen grundsätzlich auseinandergesetzt und hatte einfach immer alles richtig geschrieben...so kann man sich täuschen...

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.03.11 21:24 von Shino.)
09.03.11 21:19
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #94
RE: (In)Effizienz der Kanji
Windows IME verzeiht einzelne Strichfolgenpatzer, sowie auch Strichzahlfehler, aber es ist leider nicht sehr tolerant.
09.03.11 21:41
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #95
RE: (In)Effizienz der Kanji
@nukular
Ich glaube, viele Leute (besonders Anfänger) versuchen sich ihre mangelnde Kanjikompetenz einfach mit der „Schwierigkeit der Kanji“ zu rechtfertigen. Natürlich sind sie schwieriger, ineffizient usw. als ein Alphabet, allerdings sind sie bei weitem nicht so schwierig, wie das immer behauptet wird.

Ist nicht praktisch Koreanisch eine Art Japanisch ohne Kanji (grob gesprochen)? Da würde mich mal interessieren, wie ein Vergleich zwischen Japanischlerner und Koreanischlerner nach einer bestimmten Zeit aussieht, wenn beides ansonsten gleich bleibt.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
09.03.11 23:28
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #96
RE: (In)Effizienz der Kanji
(09.03.11 23:28)Hellstorm schrieb:  Ist nicht praktisch Koreanisch eine Art Japanisch ohne Kanji (grob gesprochen)? Da würde mich mal interessieren, wie ein Vergleich zwischen Japanischlerner und Koreanischlerner nach einer bestimmten Zeit aussieht, wenn beides ansonsten gleich bleibt.
Hm. Koreanisch und Japanisch sind sich zwar sehr ähnlich aber nach zwei Semestern Koreanisch an der Uni bin ich froh, dass ich jetzt die Scheine hab und den Kram vergessen kann, sprich: ich war ziemlich gefrustet, weil die Grammatik imo wesentlich komplizierter ist. Mehr Verbformen, kompliziertere Höflichkeitssprache, mehr Unregelmäßigkeiten, umständliche Rechtschreibung ...

Wenn man Japanisch mit einer anderen Sprache vergleichen kann, dann Koreanisch, sicher, aber es gibt imo trotzdem genug Unterschiede, um eine Studie wie Du sie vorschlägst sehr kompliziert werden zu lassen.

And so castles made of sand fall in the sea - eventually ...
10.03.11 01:22
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katzomat


Beiträge: 71
Beitrag #97
RE: (In)Effizienz der Kanji
(10.03.11 01:22)L4D schrieb:  
(09.03.11 23:28)Hellstorm schrieb:  Ist nicht praktisch Koreanisch eine Art Japanisch ohne Kanji (grob gesprochen)? Da würde mich mal interessieren, wie ein Vergleich zwischen Japanischlerner und Koreanischlerner nach einer bestimmten Zeit aussieht, wenn beides ansonsten gleich bleibt.
Hm. Koreanisch und Japanisch sind sich zwar sehr ähnlich aber nach zwei Semestern Koreanisch an der Uni bin ich froh, dass ich jetzt die Scheine hab und den Kram vergessen kann, sprich: ich war ziemlich gefrustet, weil die Grammatik imo wesentlich komplizierter ist. Mehr Verbformen, kompliziertere Höflichkeitssprache, mehr Unregelmäßigkeiten, umständliche Rechtschreibung ...

Wenn man Japanisch mit einer anderen Sprache vergleichen kann, dann Koreanisch, sicher, aber es gibt imo trotzdem genug Unterschiede, um eine Studie wie Du sie vorschlägst sehr kompliziert werden zu lassen.

Ja, eine Bekannte von mir studiert Koreanistik und sie 'beklagt' sich auch desöfteren mal über die Schwierigkeit dieser Sprache. Das Koreanische kennt wohl noch eine oder zwei Höflichkeitsstufen mehr als das Japanische und auch die Phonetik ist um einiges Anspruchsvoller mit teils sehr subtilen Unterschieden. Und natürlich die von dir angesprochenen Unregelmäßigkeiten.
Ich hab irgendwo auch mal eine Studie des Amerikanischen Außenministerium gesehen, da wurde Koreanisch mit Chinesisch und Arabisch in die schwierigste Kategorie eingestuft (vom Standpunkt eines englischsprachigen Lerners). Die haben da aber wohl auch nur die 'wichtigsten' Sprachen berücksichtigt. Baskisch, Ungarisch und Lithauisch sollen noch viel härter sein, wenn man den Linguisten glauben darf.

Prinzipiell finde ich aber, dass es recht wenig Sinn macht, Sprachen der Schwierigkeit nach zu ordnen. Sprachen sind alle schwer. Selbst wenn man die Grammatik gemeistert und sich einen genügend großen Wortschatz aufgebaut hat und ein bisschen frei sprechen kann, geht's doch erst mal richtig los, sprich, wie drücke ich mich ordentlich und natürlich aus, so dass ich nicht direkt als Fremdsprachler auffalle? Stichwort Wortgebrauch und Sprachgefühl. Es gibt so viele verschiedene Aspekte, die in eine Sprache einfließen und diese somit für Lerner schwer machen.

Eine noch größere Wertschätzung für die Prozesse, die in unseren Sprachzentren ablaufen, erhält man, wenn die Sprache analytisch so weit herunterbricht, so dass ein Computer sie verarbeiten kann. Ein Freund von mir ist Computerlinguist und es ist immer wieder interessant ihm zuzuhören, wie schnell die da gegen unüberwindbare Mauern rennen.

Letztendlich gilt die Faustformel: Je mehr Zeit man in eine Sprache investiert, desto besser wird man darin. Will man RICHTIG GUT werden, muss man sich den Arsch ablernen. Und das gilt für jede Sprache.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.03.11 15:00 von katzomat.)
10.03.11 14:58
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(In)Effizienz der Kanji
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