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Japanisch lernen wie Französich?
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moustique


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Beitrag #21
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Japanisch lernen wie Franzoesich!

Nun was ist eigentlich der Unterschied von Japanisch und vielen anderen Sprachen?
Was ist eigentlich die Haupthuerde von Japanisch?

Die Schrift.

Die Schrift ist die Bremse, Huerde fuer alle Denkweisen.
Entweder man hat einen Text in Japanisch den man erst dekodieren muss um ihn lesen zu koennen oder man will einen Text zusammenbauen den man wieder in diese Schrift umwandeln muss, damit er gelesen werden kann.

Das existiert weder im Franzoesischen noch in anderen Sprachen ausser Chinesisch und Koreanisch unter anderen.

Der Anfaenger ist zu recht frustriert ueber diese Komplikationen.
Nur der Ausdauernde kann nach etlichen Jahren ziemlich fliessend japanisch lesen und verstehen. Aber muss das denn so sein?

Warum muss ich all diese Kanji lernen, wenn ich nach meinem Weg fragen will. Oder mir einen Apfel kaufen will etc. ? Oder wenn ich meinem Maedchen sagen will, ich liebe dich ganz toll?

Es gibt wie gesagt Woerterbuecher von japanisch hin zu Deutsch.
Und auch umgekehrt. Aber die Lesung der Kanji ohne Furigana ist meines Erachtens einfach zu umstaendlich.

Ich moechte einen Apfel haben.
ringo onegai shimasu.

Fertig.
Es ist schnell gelesen. Kein Kodieren und umkodieren.
Und in Sekundenschnelle hat man seinen Wunsch geaeussert.

Wo ist der Bahnhof?
eki wa doko desu ka.

Fertig.

Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.08.15 11:51 von moustique.)
14.05.12 20:46
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Hellstorm
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Beiträge: 3.895
Beitrag #22
RE: Japanisch lernen wie Französich?
(14.05.12 20:46)moustique schrieb:  Japanisch lernen wie Franzoesich!

Nun was ist eigentlich der Unterschied von Japanisch und vielen anderen Sprachen?
Was ist eigentlich die Haupthuerde von Japanisch?

Die Schrift.

Die Schrift ist die Bremse, Huerde fuer alle Denkweisen.
Entweder man hat einen Text in Japanisch den man erst dekodieren muss um ihn lesen zu koennen oder man will einen Text zusammenbauen den man wieder in diese Schrift umwandeln muss, damit er gelesen werden kann.

Das existiert weder im Franzoesischen noch in anderen Sprachen ausser Chinesisch und Koreanisch unter anderen.

Hier muss ich dir aber widersprechen. Klar, die Schrift ist anfangs schwierig zu lernen, und wenn man wie du nur mit dem lateinischen Alphabet lernen würde, könnte man am Anfang viel schneller vorankommen. Die Schrift schreckt stark ab, so dass viele Leute wahrscheinlich relativ schnell wieder aufgeben.

Aber das ist meiner Meinung nach hauptsächlich ein Problem für Anfänger. In höheren Levels sind natürlich Kanji immer noch ein Problem, aber nicht das Problem (Meiner Meinung nach). Es ist eher die schiere Masse an fremdartigen Vokabeln, die man bei Englisch oder Französisch einfach nicht in der Form hat. Bei Englisch sind ja sowieso viele Vokabeln ziemlich ähnlich, und auch bei Französisch klingt es oft einfach gleich (Ich habe z.B. jetzt letztens die Vokabel centre-ville gelernt: Stadtmitte. Das ist einfach wesentlich einfacher zu merken als chūshinbu (und hier hab ich jetzt auch keine Kanji benutzt. Du kannst jetzt aber mal diese beiden Vokabeln einem x-beliebigen Lerner, der weder Französisch noch Japanisch kann, vorsetzen, und nach 1 Minute schauen, welche Vokabel er wohl behalten hat). Oder auch faire du vélo vs. jitensha o noru. tram vs. romen-densha, usw usw.
Oder mal ein bißchen Grammatik: la plus grande ville vs. ichiban ookii machi. Von der Grammatik ist Japanisch sogar noch einfacher, aber ich wette, dass die Leute sich eher plus, grande und ville merken können, als ichiban, ookii oder machi.

Übrigens: Koreanisch hat ein sehr logisches Alphabet. Im Grunde ist Koreanisch so, wie Japanisch ohne Kanji aussehen würde (natürlich, das ist jetzt vereinfacht und beleidigt wahrscheinlich alle Koreanisten). Und trotzdem ist Koreanisch eine der schwierigsten Sprache, die es zu lernen gibt.

Die Kana an sich dürften ja wohl kaum ein Problem sein, außer für den absoluten Beginner. Das was du beschreibst, trifft ja auf jede Sprache ohne das lateinische Alphabet zu. Wenn du meinst, dass Rōmaji der Zauberweg für das Japanischlernen sind, müsste Vietnamesisch ja unglaublich einfach sein, oder?

Wo ich dir allerdings recht geben muss: Japanisch hat einen komplizierten Ruf. Die Leute gehen dort schon mit der Einstellung daran, dass es schwierig ist. Dann haben sie selbst Probleme mit einfachsten Grammatik-Dingen, obwohl sie bei Französisch anstelle dessen zig Konjugationen, Zeiten usw. lernen müssen.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.05.12 22:31 von Hellstorm.)
14.05.12 22:30
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moustique


Beiträge: 1.811
Beitrag #23
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Ich habe Koreanisch erwaehnt da es auch eine viereckige Schrift hat, aber diese ist begrenzt. Nicht wie das japanische was ja so viele Kanji hat.

Ich spiele auch nicht auf die Grammatik hin, sondern lediglich die Kanji.

Wie soll ich das erklaeren, wo es so einfach sein muesste.

Haette ich vor vielen Jahren mit dieser Methode gelernt, waere ich um ein vielfaches weiter, als ich jetzt bin. Das ist nun mal schon sicher.
Natuerlich auch mit Romaji Woerterbuechern. Aber sowas gibt es nun mal nicht.

Menschen die zB. mit den Augen schlecht sehen, oder auch blind sind, lernen eher mit dem Ohr. Sie hoeren die Sprache und suchen die Worte mit Punktschrift. Aber auch fuer diesen Fall, der Punktschrift, habe ich noch kein Werk gesehen. (Vielleicht gibt es eins, doch wie umfangreich muss ein solches sein?)

Wie gesagt beim lernen von Japanisch mit nur Romaji, entfaelt die Konvertierung hin und zurueck der Kanji. Nur das ist mein Hauptargument. Ich kann mit diesem System mir viel schneller Floskeln ansehen oder Synonyme ansehen ohne immerzu alles zu konvertieren.

Fuer das Sprechen ist es sowieso einerlei, da beim Sprechen keine Kanji sichtbar sind. Man auch nicht weiss, welchen Sinn das gesagte Wort hat oder mit welchem Kanji dieses Wort geschrieben wird.

Wer sich aber mehr mit Texten abgibt, wird nicht umhin kommen, Kanji zu lernen. Es koennte ihm aber hilfreich sein, denke ich, wenn er/sie auch noch andere Beispielsaetze einlesen kann, die mit anderen Worten geschrieben werden. Ob diese genau den gleichen Sinn wiedergeben, steht leider auch nicht in den Woerterbuechern drin.

Und die vielen Varianten eines Begriffes im deutschen, uebersetzt in japanisch. Ja es gibt manchmal eine unuebersichtliche Anzahl von Begriffen. Nun gewoehnlich erkennt man das eine, was man selber gelernt hat. Liest man aber zB. Texte und findet einen solchen Begriff, dann kann man den suchen, und aehnliche Ausdruecke anschauen.

Anfangs, lernen die meisten sowieso mit Romaji. Aber sie werden dann nach einiger Zeit gezwungen, sich auf Hiragana etc umzustellen.
Als Anfaenger, wird man sofort mit Woerterbuechern konfrontiert, die keine Romaji haben. Ich finde es schrecklich muehsam, auch noch nach so vielen Jahren, Woerterbuecher einzulesen. Und am Ende sind es immer noch Woerterbuecher.

Das viele blaettern und blaettern geht mir auf den Geist.
Will ich ein Kanji entziffern (ohne Internet, ohne PC) muss ich wiederrum Kenntnisse haben von Radikal, Strichzahl und Lesungen.
Hab ich das erste Kanji gefunden such ich das naechste.

Und dann probiere ich die vielen Lesungen auszutauschen bis ich das richtige Wort gefunden habe. Dabei gibt es wiederrum viele Regeln zu beachten. Und am Ende finde ich vielleicht dieses Wort mal gar nicht, da es eine Sonderlesung hat. Oder es steht im Buch in einer anderen Zeit etc.

Hab ich dann dieses Wort gefunden, geht es zum naechsten Wort.

Hat man einen PC kann IME einem schon helfen. Ja und dann?
Man benoetigt immer noch die Lesung des Kanji mit anderen Kanji-kombinationen.

Dies ist das eine Problem. Und das andere?
Wenn ich zB. das Wort Halsabschneider suchen wollte.
Dann benoetige ich zuerst mal ein Deutsch-japanisches Woerterbuch.

Denn ein japanisch-deutsches ist mir da nicht hilfreich.
Und ein Kanji-Woerterbuch auch nicht.

Ich hab so eins hier stehen.
Und da wird dieser Begriff mit 暴利を貪る人 "boori o musaboru hito" uebersetzt. War ja ganz einfach, weil es da steht.
Das ist aber nicht ein Wort sondern ein ganzer Satz oder etwa nicht.
Und mehr steht in diesem Woerterbuch nicht drin.
Wie man sieht gibt es viele Moeglichkeiten etwas zu uebersetzen.


Wollte ich aber sehen was die ersten 3 Kanji bedeuten, so als Gegenprobe, kann mir dieses Buch wieder nicht helfen.
ich benoetige ein (Kanji-buch oder ein Japanisch-Deutsches Buch).
Die folgenden habe ich bereits zusammengetragen.


1 boori o musaboru AUF UNGESETZLICHEN GEWINN AUS SEIN 暴利貪
2 boori o musaboru EINEN UEBERMAESSIGEN GEWINN MACHEN 暴利貪
3 boori o musaboru EINEN UNGEBUEHRLICHEN GEWINN MACHEN 暴利貪
4 boori o musaboru SCHACHERN 暴利貪
5 boori o musaboru SCHIEBEN (WAREN 暴利貪
6 boori o musaboru SICH UNGERECHTFERTIG BEREICHERN 暴利貪
7 boori o musaboru VERSCHIEBEN (WAREN 暴利貪
8 boori o musaboru WUCHER TREIBEN 暴利貪
9 boori o musaboru WUCHERN (MIT 暴利貪

Und jedes Woerterbuch gibt fuer "boori o musaboru" allerlei Uebersetzungen aus. Als Resultat soll es aber einen Halsabschneider darstellen.

An meiner Datei sieht man die Hiragana nicht. Die muss man sich reindenken. Aber die Kanji die in dem Datensatz verwendet wurden werden angezeigt.

Ich habe dann folgende Beispiele fuer dieses Wort.
1 HALSABSCHNEIDER apasshu アパッシュ
2 HALSABSCHNEIDER hitogoroshi 人殺
3 HALSABSCHNEIDER roozekimono 狼藉者
4 HALSABSCHNEIDER satsujinki 殺人鬼

Wadoku.eu oder Wadoku.jt hat das Wort gar nicht drin. (Halsabschneider). Rikaichan hat hitogoroshi nur drin, wenn ich ein しanhaenge.

Ich habe das apasshu in Katakana geschrieben, (angefuegt)

Und mir gibt dieses eine Buch womoeglich noch viel Arbeit auf.
Ich rechne dass es noch einige hunderttausend solcher Saetzchen gibt.
Da gibt es noch allerhand zu tun.
15.05.12 03:05
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #24
RE: Japanisch lernen wie Französich?
(15.05.12 03:05)moustique schrieb:  Ich hab so eins hier stehen.
Und da wird dieser Begriff mit 暴利を貪る人 "boori o musaboru hito" uebersetzt. War ja ganz einfach, weil es da steht.
Das ist aber nicht ein Wort sondern ein ganzer Satz oder etwa nicht.
Und mehr steht in diesem Woerterbuch nicht drin.
Wie man sieht gibt es viele Moeglichkeiten etwas zu uebersetzen.


Wollte ich aber sehen was die ersten 3 Kanji bedeuten, so als Gegenprobe, kann mir dieses Buch wieder nicht helfen.

Das ist aber doch bei anderen Sprachen auch nicht anders. In meinem obigen französischen Beispiel z.B. „faire du vélo“, da könnte man sich ja jetzt denken, dass „faire“ wörtlich fahren heißt. Ist es aber nicht, sondern eher „tun“. Um das herauszufinden, muss man auch erst wieder in dem Frz-Dt.-Teil suchen.

Ich sag ja nicht, dass die Kanji kein Problem sind, und ich streite ja auch nicht ab, dass ohne Kanji Japanisch nicht wesentlich einfacherer wäre. Aber wenn ich eine Sache heraussuchen würde, wieso Japanisch so schwierig ist, würde ich eher die Vokabeln als Hauptgrund heraussuchen, nicht die Kanji.

Natürlich, manche Sachen wären halt auch einfacher: Man hört in einer Situation ein Wort, bekommt eventuell sogar die Bedeutung erklärt. Wenn man dann beim Spazieren durch die Stadt irgendwo wieder das Wort geschrieben sieht, bemerkt man sofort, dass es das gleiche ist, und man kann es lesen. Das geht mit Kanji eventuell nicht so einfach.
Solche Vorteile gibt es natürlich, und ich denke, niemand wird sagen, dass Kanji die Sprache einfacher machen.

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15.05.12 09:21
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mau


Beiträge: 173
Beitrag #25
RE: Japanisch lernen wie Französich?
(15.05.12 03:05)moustique schrieb:  Ich spiele auch nicht auf die Grammatik hin, sondern lediglich die Kanji.
Na, dann solltest Du das auch im Thread-Titel erwähnen. "Japanisch lernen wie Französisch?" - nun, das kann viele Richtungen andeuten, in die ein Thread gehen könnte.

Schrift? Grammatik? Vokabeln? Alles?

Für meinen Teil ist das schwierigste an Japanisch die "ganz andere Denkweise" (nein, das soll keine Mystifikation sein).
Wenn ich etwas neues im Englischen lerne, dann fällt es sehr einfach, dieses Wort für Wort ins Deutsche zu übertragen, und andersherum. Die Logik im Satz ist fast gleich, und man lernt über Jahre eigentlich nur die Ausnahmen von dieser Regel. Selbst Redewendungen werden oft mit eins zu eins gleichen Wörtern benutzt. Natürlich, perfekt wird man damit nicht, aber man wird verstanden.
Bei anderen romanischen Sprachen wendet man vielleicht noch ein paar Zusatzregeln an.
Aber es ist immer möglich, anhand des Deutschen neue, eigentlich nicht gelernte Formulierungen zu benutzen und liegt sehr oft richtig oder "verdammt nah dran".
Genauso sieht das mit Wortverbindungen aus, die aus den gleichen Puzzlesteinen gebaut sind.

Im Japanischen kann man wirklich nur das, was man kann und gelernt hat. Eigentlich sollte man kein Wort und keine Formulierung benutzen, wenn man sie nicht von einem Muttersprachler in der exakt gleichen Situation gehört hat.
Und bevor ich es gelernt habe, ist es schon vergessen... rot
Wenn man etwas hört, ist es "ganz anders formuliert als (als Mitteleuropäer mit seiner Denkweise) gedacht".
Die Komposita sind deshalb so viele Vokabeln zu lernen, weil man sie nicht automatisch nach dem gleichen Baukastenprinzip zusammensetzen kann.

Aber Zurück zum eigentlichen Thema. hoho


(15.05.12 03:05)moustique schrieb:  Anfangs, lernen die meisten sowieso mit Romaji. Aber sie werden dann nach einiger Zeit gezwungen, sich auf Hiragana etc umzustellen.
Ich weiß nicht, warum Du so eine negative Sicht auf die japanische Schrift hast.

Ich habe nie mit Romaji gelernt. Und ich wurde auch nicht gezwungen, Hiragana zu benutzen, im Gegenteil. Ich habe mich bei den Anfängerwerken immer total aufgeregt, wenn diese mir (zum Beispiel zum "Eingewöhnen" die ersten 4 Lektionen) Romaji aufgezwungen haben. grr Warum sollte ich ein total sinnloses System zusätzlich lernen? Damit gewöhne ich mir nur eine falsches "Aussehen" an (ja, ich lerne viel optisch, d.h. nihon und 日本 und にほん sind für mich erst einmal 3 verschiedene Wörter, die ich verknüpfen muss), dass ich mir danach erst einmal mühsam wieder abtrainieren muss.

Obwohl es nur ein kurzes Anschauen der Ausspracheregeln ist, fällt es mir übrigens bis heute viel schwerer, "zo" mit einem weichen S auszusprechen, als das entsprechende Kana ぞ. Mein Unterbewusstsein spielt mir da zu oft Streiche. augenrollen
(Abgesehen davon, dass ich weiche S und rollende R eh zu meinen erklärten Todfeinden gehören. zwinker ).


Wenn Dich Kanji und Kana so bedrücken und Du Dich eh nur mündlich verständigen möchtest, warum lässt Du dann nicht auch Romaji völlig außer Acht und lernst nur über Audio?
Es gibt vertonte Vokabeln, es gibt Kurse, es gibt Audio-Blogs. Da gibts weder Kana noch Romaji.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.12 10:11 von mau.)
15.05.12 10:08
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #26
RE: Japanisch lernen wie Französich?
(15.05.12 10:08)mau schrieb:  Wenn ich etwas neues im Englischen lerne, dann fällt es sehr einfach, dieses Wort für Wort ins Deutsche zu übertragen, und andersherum. Die Logik im Satz ist fast gleich, und man lernt über Jahre eigentlich nur die Ausnahmen von dieser Regel. Selbst Redewendungen werden oft mit eins zu eins gleichen Wörtern benutzt. Natürlich, perfekt wird man damit nicht, aber man wird verstanden.
Bei anderen romanischen Sprachen wendet man vielleicht noch ein paar Zusatzregeln an.
Aber es ist immer möglich, anhand des Deutschen neue, eigentlich nicht gelernte Formulierungen zu benutzen und liegt sehr oft richtig oder "verdammt nah dran".

Stimmt, wo du es jetzt so sagst, muss ich da auch zustimmen. Ich merke das halt gerade bei meinem Französisch (hoho). 10 Jahre keinen Unterricht gehabt (und davor war ich auch sehr schlecht), aber dann jetzt einen sehr einfachen Einstieg gefunden. Das geht bei Japanisch eben nicht (wahrscheinlich bei allen nicht-europäischen Sprachen nicht).

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
15.05.12 10:43
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moustique


Beiträge: 1.811
Beitrag #27
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Stimmt. So ist es halt.
d.h. nihon und 日本 und にほん ist ein und dasselbe.
Wobei nihon und にほん (wenn man die Silbenschriften kennt) leicht zu lesen ist. Das 日本 dagegen muss man wie so jeder auch weiss, die Kanji lernen.

日本,にほん,Japan (Inselstaat in Ostasien; ca. 127 Mio. Einwohner)
日本,にっぽん,Japan (Inselstaat in Ostasien; ca. 127 Mio. Einwohner)

Ob es so oder so gelesen wird, hat mit Erfahrung zu tun.

faire du vélo. Fahrrad tun. (pedaler).
faire du ski, Ski fahren. (skier)
http://www.la-conjugaison.fr/du/verbe/skier.php

rouler en voiture. Auto fahren.

Da haben wir fast ueber alles gesprochen. Ist interessant wie so mancher an die Sache rangeht.

Was bei den Beispielen auffaelt, es sind keine Kanji dabei die konvertiert werden muessen. A ist B und B ist A. Man sieht, das Wort und kann es sofort nachsprechen.

Beim Japanischen ist A gleich ein Bild welches einen Sinn hat und B bedeutet. Und B ist in einem Bild was erst mal erkannt werden muss, dann konvertiert werden muss (im Hirn oder auf Papier) umd dann A zu bedeuten.

Warum eigentlich konvertieren?

Wie gesagt fuer das Schreiben und lesen von Japanisch ist dies unumgehbar. Fuer das Sprechen aber, benoetigt man keine Kanji.
Um wieviel schneller kommt da voran, Vokabeln zu lernen (ohne konvertieren, umwandeln etc).

Was koennte man aus zB. meiner Datei machen.
Sie ganz in Hiragana umwandeln, waere moeglich.
Das alleinstehende wa ist は.
Das alleinstehende o ist を。
Alles andere kann man nach dem Prinzip erst mal die groesseren Silben wie zB. kyoo = きょう dann die sshou っしょう、zu den sho = しょ dann die einzelnen Silben ga,gi etc in がぎ etc und zuletzt das was dann noch uebrig ist von a,i,u,e,o und n in ihre japanischen Silben umwandeln.

Ein ausgekluegeltes System, koennte die Mehrzahl an Datensaetzen umwandeln. In der Datei werden viele Vokabeln mit Fremdw. gekennzeichnet Das bedeutet, dass diese Woerter oder ein Wort in diesem Datensatz mit Katakana geschrieben werden.

Also wer sich zB eine nur Hiragana-Katakana Datei erstellen will, kann das somit tun.

Wenn man meint dass man Japanisch mit ihren Silbenschriften lesen will. Jedem sein Wille.

Aber am Original, aendert das nichts.
Und soll es ja auch nicht tun.

Eine so grosse Menge an Daten, muss man noch zusammensuchen.
Sonderlesungen stehen mit einem " gekennzeichnet und einem Bindestrich zwischen den Silben.

Alle die hier geschrieben haben, haben die Datei bekommen.
Und koennen auch damit arbeiten.
Es gaebe noch einiges zu aendern was das Programm angeht.
Leider sind mir die Haende gebunden und ich bin dem Java nicht maechtig. Einige haben sich bereit erklaert, etwas daran zu aendern. Aber es ist bei einer nur Bereitschaftserklaerung geblieben.

Leider.

Und ein Feedback, habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Ausser einmal per PN.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.12 11:33 von moustique.)
15.05.12 11:29
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #28
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Ich verstehe halt wirklich nicht, was mir das ganze so großartig bringen sollte zwinker

Japanisch wird nun einmal mit Kanji und Kana geschrieben, fertig. Deswegen bringt es gar nichts, sich nicht der Sache zu stellen. Dein Kampf für eine Romanisierung (wieso eigentlich unbedingt Romanisierung? Komplett in Hiragana zu schreiben könnte doch auch ausreichen. Muss weltweit immer alles gleich sein?) wurde übrigens schon einmal vor knapp 150 Jahren geführt. Ich sage nicht, dass eine Vereinfachung der Schrift nicht eventuell erstrebenswert ist (wieso muss man alles kompliziert machen?), aber ich denke, sowas sollten die Japaner für sich selber entscheiden. Anscheinend klappt die Schreibweise ja, sonst hätte man sie schon abgeschafft.

In deinem Programm kann ich jetzt nach „Fahrrad“ suchen und bekomme z.b. „Fahrrad abstellen, jitensha o tometeoku 自転車止置“ (übrigens fehlen bei den Kanji alle Hiragana). Aber was genau ist da jetzt für mich der Vorteil gegenüber z.B. Wadoku? Wenn dort じてんしゃを とめておく steht, kann ich das fast genauso lesen. Es ist ja ganz nett, dass du so ein Programm pflegst, und ich weiß deine Mühe ja auch zu schätzen, aber so leid es mir tut, mir persönlich erschließt sich kein Verwendungszweck.
Natürlich, Hiragana sind nicht „besser“, mit Rōmaji kann man genau so gut die japanische Sprache abbilden. Nur in der Praxis bringt dir das nichts, weil praktisch nichts in Rōmaji geschrieben wird. Wenn man nur sprechen möchte, ist das vielleicht für den absoluten Anfänger ganz nett, aber ansonsten?

Was ich bei dir nicht verstehe: Du kritisierst die Kanji, auch vollkommen zu Recht. Aber es gibt ja so viele Materialien die in Hiragana geschrieben sind (bzw. Furigana haben), und daher gar kein Problem darstellen (bis auf die kleine Anfangshürde, die zu lernen). Das ignorierst du aber vollkommen. So viele Lehrbücher haben überall Furigana drüber stehen.

Auch für den absolut blutigen Anfänger, der sich in Japan herumschlagen möchte: Diese Sprachführer wie http://www.amazon.de/Langenscheidt-Sprac...sr=8-6]das hier haben doch alle Umschrift. Das ist doch für den Anfang ausreichend. Dieses sehr teure neue Japanisch-Buch in drei Teilen, was jetzt herausgekommen ist, ist doch auch komplett in Umschrift.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.12 12:01 von Hellstorm.)
15.05.12 11:56
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Norojika


Beiträge: 311
Beitrag #29
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Eigentlich bin ich hier der gleichen Meinung wie Mau und Hellstorm.

Zum einen finde auch ich das Schwierige an Japanisch, dass ich mir nichts selbst zusammenreimen oder einfach ausprobieren kann, sondern jede Kleinigkeit (jetzt bezogen auf die Wörter) lernen muss (die paar Mal, wo ich es versucht habe, habe ich entweder verständnislose Gesichter oder Lacherfolge zum Ergebnis gehabt). Ob ich die jetzt in Romaji, in Hiragana oder Kanji lerne, ist dafür egal; ich meine jetzt mal nur die Fähigkeit, sich sprachlich richtig auszudrücken.

Zum anderen, Moustique, kann ich deiner Schlussfolgerung nicht ganz zustimmen: Auch für europäische Sprachen muss ich erst die "Kodierung" erlernen, also die Regeln, wie die geschriebenen Wörter tatsächlich ausgesprochen werden. Sonst kann ich damit nichts anfangen. Wenn ich mit meinen deutschen Ausspracheregeln "faire du vélo" lese, versteht ein Franzose mich nicht.

In meinen Kursen bestehe ich darauf, von Anfang an Hiragana und möglichst schnell auch Katakana zu lernen. Nicht nur habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich dadurch die Aussprache schnell verbessert - denn wenn in Romaji ein j dasteht, prägen sich viele Anfänger auch ein j ein und lesen dann beispielsweise sô ya arimasen -, zum anderen gibt es hier in Deutschland wenig Möglichkeiten, mit gesprochenem Japanisch in Berührung zu kommen und wenn sie weiter lernen wollen, müssen sie sich letztlich damit auseinandersetzen. Dann lieber von Anfang an, dann prägt es sich am besten ein und muss nachher nicht mühsam umgelernt werden.
Wenn man nur sprechen und hören lernen will, schön und gut - kommt man aber dann tatsächlich mal nach Japan, stellt man schnell fest, dass man als Analphabet dort landet. Und das ist ein ganz schön unangenehmes Gefühl.
15.05.12 12:04
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moustique


Beiträge: 1.811
Beitrag #30
RE: Japanisch lernen wie Französich?
Das mit den Kanji und der Kana schreibweise habe ich ja erklaert.
Komische Sache.
Da gibt es das Grosse Woerterbuch von Langenscheidt.
Geschrieben von Hadamitzky.
Der verwendet auch keine Hiragana in seinen Beispielen.
Und das ist noch keinem aufgefallen.
Niemand kritisiert das. Niemand stoert das.
Warum eigentlich?

Heisig verfasst alles in Deutsch. Erst viel spaeter in Japanisch.
Und alles ist in Ordnung.

Ich versuche mit meinen Worten, meiner Aussprache schneller ans Ziel zu kommen ohne ueber die Kanji. Alles ist in Romaji. Ich habe die Info dass einige dieser Worte in Kanji geschrieben werden koennen.
Mit der Zeit, mit der stetigen Erfahrung kann ich die Kanji einsetzen oder auch durch Hiragana ersetzen.

Und ich kann einen Romaji Text schneller lesen als den vorher zu konvertieren!

Ich ignoriere Anfaenger nicht. Aber mit dem System, kann ich doch viel einfacher Ein Wort finden, und gegebenfalls einbauen als mit Woerterbuechern.

Na sagen wir es mal so oder kann sich wirklich niemand vorstellen was Sehbehindert ist? Schliesst ein Auge und schaut mit dem anderen durch ein Milchglas. Nehmt eine Lupe und sucht mit einem Auge (nicht zweien) in einem Woerterbuch. Wenn ihr das genau so schnell erledigen koennt als mit gesunden Augen, und in der gleichen Zeit wie mit gesunden Augen. Ich habe mir meine Welt an mich angepasst.
Nicht mehr und nicht weniger. Und ob dies Sinnvoll ist oder nicht, steht in einem anderen Buch. Man kann aus allen Situationen versuchen das Beste daraus zu ziehen. Oder es bleiben lassen.

Die Datei ist im Moment runterladbar in meiner Signatur.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.12 12:20 von moustique.)
15.05.12 12:16
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Japanisch lernen wie Französich?
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