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Vorstellung als neues Mitglied
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Amimononohitsuji


Beiträge: 14
Beitrag #1
Vorstellung als neues Mitglied
Hallo, ich werde mich wahrscheinlich in der nächsten Zeit öfter hier im Forum aufhalten, deshalb möchte ich mich kurz vorstellen grins

Ich lebe mit Unterbrechung seit ca. zehn Jahren in Tokio und habe auch Familie hier.
Aus diesen beiden Gründen (Unterbrechung und Famlilie) ist mein japanisch zwar so gut, dass ich einigermaßen zurechtkomme und ich auch schon vor langer Zeit den JLPT damals noch Stufe 1 (mit mehr Glück als Verstand) geschafft habe, aber mein Ziel für die nähere Zukunft ist es, den Test nocheinmal in der neuen Form zu machen und deshalb beschäftige ich mich zurzeit sehr mit der Frage der Lernmethoden und wie man aus dem "intermediate" Japanisch herauskommt.

Alleine glaube ich es nicht schaffen zu können,
daher 宜しくお願いします!
12.02.21 05:38
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Yano


Beiträge: 2.603
Beitrag #2
RE: Vorstellung als neues Mitglied
Herzlich willkommen in unserem Forum!
Was Du schilderst klingt nach dem, was meine Freundin "Küchenjapanisch" nannte. Sie wohnte auch wie ich jahrelang in Tokyo, sie unterrichtete Deutsch beim Goethe-Institut, konnte alles machen im Land, einkaufen, reisen, hat sogar einen Japaner geheiratet, ein Kind von ihm und alln so Zeuch, aber richtig Japanisch hat sie nie gelernt, weil sie dafür kein Interesse empfand, das lief nur irgendwie mit.
Wenn man sich die Anforderungen für JLPT anguckt, sind die Stufen von N5 bis N1 ungefähr jeweils eine Verdoppelung, mithin eine Art exponentieller Anstieg.
Da Du ja ohnehin in Japan wohnst und Dich etwas beklagst: es gibt (teure, spezielle) Sprachschulen, die prügeln dich in kaum zwei Jahren durch von Null auf N1 (85%) Man darf halt in dieser Zeit nicht viel anderes tun.
Vielleicht kennst Du ganz viele Namen oder Fachausdrücke oder Dialekt, das fließt nicht in die Wertung ein.
Ich weiß, daß z.B. in Tokyo ganz gute Sprachlehrer (ist ja leicht mal wer) herumlaufen, die an kommerziellen Studios recht mau bezahlt werden.
Jedenfalls, wenn du mir sagst, du möchtest dein Japanisch von "intermediate" aus weiterentwickeln, dann ist es eine Binsenweisheit, wenn man antwortet: "dann mach doch rüber!", aber das ist ja obsolet.
Detailfragen sind in unserem Forum hochwillkommen und werden liebevoll bearbeitet.
12.02.21 20:13
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tachibana


Beiträge: 182
Beitrag #3
RE: Vorstellung als neues Mitglied
Amimononohitsuji schrieb:Lernmethoden und wie man aus dem "intermediate" Japanisch herauskommt

Ich habe sowohl den alten JLPT1 als auch N1 gemacht und soweit ich mich erinnere, ist der größte Unterschied, dass jetzt (quantitativ) weniger reines Sprachwissen (Synonyme, Grammatik) abgefragt wird und stattdessen mehr auf Leseverstehen gesetzt wird. Da muss man halt schauen, dass man verschiedene Textsorten (literarisch, populärwissenschaftlich, Informationen für Angestellte oder Studenten) liest und daraus die wesentlichen Inhalte verstehen kann.

JLPT prüft natürlich nur rezeptive Fertigkeiten. Wenn es dir um mündlichen Ausdruck geht, ist der JSST (https://www.alc.co.jp/jsst/) eine Möglichkeit. Mit dem habe ich aber selbst keine Erfahrungen (...würde mich aber sehr interessieren von jemandem zu hören, der ihn gemacht hat).

Wenn es dir eher ums Sprechen geht und du meinst, jetzt ein Plateau erreicht zu haben, würde ich dir ein Sprachtandem mit einer Person deines Vertrauens empfehlen oder natürlich einen Kurs (idealerweise Einzelunterricht) mit einem professionellen Sprachlehrer. Da gibt es in Tokyo genügend Optionen auch mit Lehrern, die Erfahrung mit Deutschsprachigen haben. Viel Erfolg!
13.02.21 09:33
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Amimononohitsuji


Beiträge: 14
Beitrag #4
RE: Vorstellung als neues Mitglied
@Yano
Ich glaube "Küchenjapanisch" trifft es vielleicht ganz gut. Ich war zwar anfangs schon in Sprachschulen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich alleine schneller beim Lernen bin.
Das ist wohl auch individuell verschieden, deshalb haben sich meine Lernmethoden im Laufe der Zeit auch immer etwas geändert.
Mein Ziel ist es, endlich einmal alle Jouyou Kanjis zu können und den Test hätte ich ganz gerne um bei eventuellen Jobsuchen in Zukunft etwas vorweisen zu können.
Deutschunterrichten im Götheinstitut wäre ja mein Traumjob, aber ich komme leider aus einer ganz anderen Richtung und muss wahrscheinlich ohnehin nehmen was ich kriegen kann nach einer langen Kinderpause...

Vor zwei Jahren habe ich den Kanjikentei Stufe vier gemacht und nur ganz knapp nicht geschafft, aber leider merke ich mir die Kanjis immer nur, wenn ich aktiv lerne und sobald ich damit aufhöre, sind sie wie aus meinem Gedächtnis gelöscht. Dh. komischerweise kann ich sie lesen aber unmöglich schreiben, auch nicht ganz einfache. Daher scheint bei mir die Methode des Schreibens, solange bis man sich die Kanjis eingeprägt hat, nicht zu funktionieren, ich mache das schon zu lange mit Bleistift und auch mit einem uralt Nintendo DS.

@tachibana
Vielen Dank für die Info zu den Unterschieden. Dann liege ich mit Kanjilernen nicht ganz falsch. Beim Sprechen habe ich definitiv ein Plateau erreicht, da muss ich auch etwas angehen. Nach dem N1 schaue ich mir den JSST gerne an, das kann aber noch ein paar Jahre dauern...

Momentan lerne ich mit Wanikani, ich bin zwar erst auf Stufe sechs, weil man leider bei Null anfangen muss, habe aber das Gefühl, dass ich mir vielleicht doch mit der Methode mehr Kanjis auch zum Schreiben merken kann. Ist anscheinend ähnlich wie die Heisigmethode, die ich aber nicht kenne.
Daneben habe ich eine Vokabelliste für den N1 auf Englisch für Anki gefunden, die lerne ich jetzt auch einmal obwohl ich nicht weiß wie sehr das helfen wird, weil es ja offiziell keine Vokabelliste für den JLPT gibt. Zum Hörverstehenüben schaue ich jeden Tag die aufgenommenen Fernsehnachrichten mehrmals an und mache mir aus den Wörtern, die ich nicht kenne, eine Ankiliste.

Bin schon gespannt wie hier im Forum gelernt wird!
14.02.21 07:51
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yamaneko


Beiträge: 3.312
Beitrag #5
RE: Vorstellung als neues Mitglied
ich gehöre zu denen, die mit Begeisterung Kanji geschrieben haben auf die Übungsbögen von Langenscheidt von Hadamitztky (1980 entdeckt in Tokio im Hotel Tokio)ich habe nicht alles ausgefüllt, sondern mit Abstand von 1985-1988 jeweils je fünf Wiederholungen von 20-30 Kanji mit den Lesungen in Kana (aber reduziert auf die Prüfungsvorschrift unseres Lektors). Ich habe damit gelernt und Prüfungserfolge erzielt, aber was rastet, rostet und das Rosten hat zu lange gedauert. Die letzte Wiederholung war 2005 - als ich dieses Forum entdeckt hatte - aber zu spät; wenn man alles im Internet findet, wird die Motivation stark beeinträchtigt und das Wiedererlernen ist mir nicht mehr gelungen. Dass ich im Forum nichts mehr für Japanisch beitrage und zu viele private Dinge erzähle stört meinen Brieffreund -leider.grrrotzunge
Folge:ich lösche, aber mein Löschen stört manche der User auchkratz
Aber Nia liest auch OT-Beiträgehohogrins und macht mir Freude.
LG yamaneko

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.02.21 14:29 von yamaneko.)
14.02.21 12:12
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Yano


Beiträge: 2.603
Beitrag #6
RE: Vorstellung als neues Mitglied
(14.02.21 07:51)Amimononohitsuji schrieb:  Vor zwei Jahren habe ich den Kanjikentei Stufe vier gemacht und nur ganz knapp nicht geschafft, aber leider merke ich mir die Kanjis immer nur, wenn ich aktiv lerne und sobald ich damit aufhöre, sind sie wie aus meinem Gedächtnis gelöscht. Dh. komischerweise kann ich sie lesen aber unmöglich schreiben, auch nicht ganz einfache. Daher scheint bei mir die Methode des Schreibens, solange bis man sich die Kanjis eingeprägt hat, nicht zu funktionieren, ich mache das schon zu lange mit Bleistift und auch mit einem uralt Nintendo DS.
Ach, die Kanji vergißt du doch nicht, sie sinken nur ein wenig ein. Du kannst sie hervorholen, und schließlich verstehst du sie intuitiv. Schreiben ist nochmal schwieriger. Viele Japaner können nur wenige Kanji lesen, geschweige denn schreiben.
15.02.21 00:37
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Amimononohitsuji


Beiträge: 14
Beitrag #7
RE: Vorstellung als neues Mitglied
@yamaneko
Ich dachte auch, dass Schreiben die beste Lernmethode sein muss, immerhin lernen alle Japaner schon seit Jahrhunderten so zwinker
OT Nachrichten stören mich nicht im geringsten, mir geht es ja auch hauptsächlich darum, mich beim Lernen nicht alleine zu fühlen mit dem doch recht unüberblickbaren Lernstoff.

@Yano
Das mit dem nicht Vergessen stimmt schon. Ich lerne, vergesse und hole sie dann in regelmäßigen Abständen wieder aus der Versenkung mit einem Nintendo DS Spiel (Kanken).
Meine Tochter ist in der japanischen Schule und es scheint bei ihr recht gut zu funktionieren, dass sie die Kanjis nicht mehr vergißt. Ist also auch sicher eine Frage des Alters und ob man viel schreibt.
Ich habe ja sozusagen fast nie die Gelegenheit etwas händisch zu schreiben außer der Adresse, Namen und Einkaufslisten. Und sogar da scheitere ich oft...
Langsam frage ich mich einfach, wie weit ich Japanisch überhaupt noch lernen kann und was die Definition ist Japanisch zu können:
perfekt Keigo zu sprechen, Bücher zu lesen ohne jedes zweite Wort nachschlagen zu müssen, Filme zu verstehen, Nachrichten zu verstehen, Zeitungen zu lesen, in Japan zu arbeiten, schreiben zu können (emails oder auch händisch) etc. etc.

Manchmal kommt es mir einfach so vor als ob jeder einzelne der oben genannten Bereiche eigenständiges Lernen erfordert und das unterscheidet Japanisch schon einmal sehr von zB Englisch.
15.02.21 02:17
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nokoribetsu


Beiträge: 181
Beitrag #8
RE: Vorstellung als neues Mitglied
Heutzutage scheint es mir unglaublich, was ich im zarten Alter von 18 Jahren alles an Kanji auswendig zu lernen imstande war. Intensivkurse waren wirklich intensiv, wir haben binnen 45 Wochenstunden (plus eigenverantwortlichem Lernen daheim - nochmal 4 bis 6 Stunden täglich für den, der es wirklich ernst nahm) das eingesaugt, wofür ein Japanologiestudent 2 Jahre benötigt hat.

100 Kanji pro Woche schaff ich heute nicht mehr - ich bin froh, wenn ich mich ab und zu an eines erinnere, das ich mal gelernt habe und dann und wann mal ein neues lerne. Alt werden ist doof, lern am besten so, wie wir damals: Mach dir Spickzettel mit Kanji im Kontext - handschriftlich, und häng sie dir an den Kühlschrank, den Badezimmerspiegel oder wo auch immer du ihnen immer wieder begegnest, das hilft. Schreib Texte ab, in denen die Kanji vorkommen, bei mir haben Songtexte geholfen.

Gutes Gelingen!

「からだの傷なら なおせるけれど
心のいたでは いやせはしない」
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.02.21 16:21 von nokoribetsu.)
15.02.21 16:20
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Yano


Beiträge: 2.603
Beitrag #9
RE: Vorstellung als neues Mitglied
(15.02.21 16:20)nokoribetsu schrieb:  Heutzutage scheint es mir unglaublich, was ich im zarten Alter von 18 Jahren alles an Kanji auswendig zu lernen imstande war. Intensivkurse waren wirklich intensiv, wir haben binnen 45 Wochenstunden (plus eigenverantwortlichem Lernen daheim - nochmal 4 bis 6 Stunden täglich für den, der es wirklich ernst nahm) das eingesaugt, wofür ein Japanologiestudent 2 Jahre benötigt hat.
Nur eine Woche, echt jetzt? Und 75 Stunden in dieser Woche? Da darf man nebenher nicht noch ein Leben am laufen haben. Ich war in einem (im Vergleich) Pipifax-Intensivkurs, da waren 6 Trimester vorgesehen für u.a. die ganzen presseüblichen Kanji (N.b. die Schulkinder müssen in bis zum Abschluß der 6. Klasse nur ca. 900 Kanji lernen). Da hatte ich Kommilitonen, die tatsächlich kein Leben nebenher hatten, eine Art Mönch der Zeugen Jehovas zum Beispiel oder ein wahrscheinlich adliger Inder. Die zeigten einen beeindruckenden Lernfortschritt.
Ich mußte nicht in das Anfängertrimester sondern durfte wegen Vorkenntnissen gleich ins zweite oder dritte (weiß nicht mehr) und habe es dann nicht bis zum Abschluß geschafft, weil ich Geld verdienen mußte, das war ja auch teuer, alles.
Aber ich verstehe schon, wenn man mal ausreichende Kommunikationsfähigkeit erlangt hat, mag der Lerneifer erlahmen, denn schließlich kommt es nicht mehr so sehr drauf an.
15.02.21 20:08
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Dorrit


Beiträge: 951
Beitrag #10
RE: Vorstellung als neues Mitglied
(15.02.21 02:17)Amimononohitsuji schrieb:  Das mit dem nicht Vergessen stimmt schon. Ich lerne, vergesse und hole sie dann in regelmäßigen Abständen wieder aus der Versenkung mit einem Nintendo DS Spiel (Kanken).

Es gibt auch Bücher (allerdings natürlich für Kinder), in denen alle Grundschulkanji oder die restlichen Jōyōkanji in Geschichten vorkommen. Wenn man das regelmäßig durchliest, und vielleicht einzelne Wörter dann immer mal per Hand schreibt, vielleicht kann man sie dann auch ganz gut wiederholen.
Thread-japanische-Kanjibücher-für-Kinder?pid=144621#pid144621
(Die Bücher in dem Thread sind etwas veraltet, weil vor 2020 erschienen)


(15.02.21 20:08)Yano schrieb:  (N.b. die Schulkinder müssen in bis zum Abschluß der 6. Klasse nur ca. 900 Kanji lernen).

Das sind schon über 1000. Lange Zeit waren das 1006, seit 2020 sind es 1026.
15.02.21 21:33
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