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Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #91
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
Es gibt halt einige, die Kanji nie einzeln lernen, sondern nur im Kontext mit neuen Vokabeln. Das finde ich auf Dauer nicht sehr effizient, weil dadurch kein "tieferes Verständnis der Kanji" (meine Güte wie sich das anhört) entstehen kann... meine ich zumindest.
05.03.10 14:35
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.896
Beitrag #92
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
(05.03.10 14:35)konchikuwa schrieb:  Es gibt halt einige, die Kanji nie einzeln lernen, sondern nur im Kontext mit neuen Vokabeln. Das finde ich auf Dauer nicht sehr effizient, weil dadurch kein "tieferes Verständnis der Kanji" (meine Güte wie sich das anhört) entstehen kann... meine ich zumindest.

Ich guck mir die Einzelbedeutung halt einfach manchmal an, wenn mich das interessiert. Kurz Kanji bei Bibiko einfügen, Übersetzung anschauen, noch zusätzlich kurz gucken, welche Komposita es so gibt, und dann hat sich die Sache.

Also ich glaube, ich bin damit noch nicht soo schlecht gefahren.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
05.03.10 15:19
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #93
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
(05.03.10 14:23)Koumori schrieb:  
(05.03.10 14:14)konchikuwa schrieb:  Na, es kann schon sehr hilfreich sein, die Bedeutung der einzelnen Kanji zu kennen....
Hihi, natürlich. Ohne die Bedeutung nutzt einem ja auch die Aussprache nicht viel. zwinker

Nicht unbedingt, es gibt ja auch 当て字 bzw. Komposita, die man sich einfach als Ganzes merkt. Wenn ich ein neues Wort lerne, zum Beispiel 偽善者, dann weiß ich auch nicht, was die einzelnen Zeichen bedeuten (ok, 者 schon zwinker).
05.03.10 15:59
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yamaneko


Beiträge: 2.615
Beitrag #94
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
Alt, aber interessant ist dieser Link, an den ich mich erinnert habe, weil derzeit wieder über Kanjilernen geschrieben wird.
Ich habe über meine Hadamitzky-Begeisterung und sein Kanji und Kana-Buch geschrieben, das mir einen fast verpatzten Urlaub in Japan gerettet hat und das der Grund war, dass ich mit Pensionsantritt angefangen habe, als Seniorenstudentin als ordentliche Hörerin an der Uni in Wien zu inskribieren. 1988 war ich zufrieden mit meinen "Scheinen" - nur zur Sprachausbildung, nicht über die ganze Japanologie (!) und habe mich anderen Sprachen und Urlaubszielen gewidmet.

Ich habe nach 20 Jahren Pause dieses Forum entdeckt und meine alten Lehrbücher hervorgeholt und viele neue erworben und durchgearbeitet.
Dabei habe ich mit Vergnügen auch wieder die Kanjiübungsblätter von Hadamitzky durchgearbeitet. Das war die dritte Wiederholung, weil ich jedesmal nur einen Teil der Felder ausgefüllt hatte.

Jetzt mache ich seit einem Jahr mit Japanisch Pause und lerne Tschechisch, wiederhole Russisch und Japanisch wird nur eingeschaltet, wenn es Sumoturniere mit vielen neuen Namenskanji zu entdecken gibt.
Bei den Ringernamen helfen weder Voice of Japan, noch KanjiQuick oder die einmal gelernten Kanji, sondern nur die Banzukelisten mit Hiraganaumschrift oder die Rangreihe in der englischen Ausgabe bei goo sumo..

Vergessen: in 20 Jahren habe ich viel vergessen und das Wiedererlernen ist nicht mehr so gut gelungen, denn Rikaichan, Kanji.Quick, Bibiko.de und andere Internetvorteile haben meine Motivation beeinträchtigt.
Gestern habe ich aber entdeckt, dass ich nicht einmal das Zeichen für Tee auf einer Schale erkannt habe.
Und jetzt möchte ich gerne wissen, ob mir jemand kopieren kann, der mit Heisig lernt, wie 茶 CHA, SA Tee dort erklärt wird. In meinem alten Hadamitzky hat er die Nummer 251 und ich lese: 140 (Radikalnummer) 3940 (Nelsonnummer) und dazu die Vokabeln für braun, Teepflanzung, Teezimmer, Wohnzimmer und Teezeremonie mit Kanjikombination und Romajiumschrift. Da ich bei jedem Kanji mit Farbe angemerkt hatte , in welchem Semester es zu lernen war, sehe ich, dass das im ersten Semester war. Trotzdem hatte ich es vergessen.

Nachgesehen habe ich aber zunächst im Großen Zeichenwörterbuch, weil ich das Suchen mit den neuen Radikalen überprüfen wollte. Es war mühelos zu finden mit Radikal 3 k - 6.19/251 d.h. dass ich die Nummer des alten Buches mit den nur 1945 Kanji dort auch finden kann.

In einem Verzeichnis der Heisignummern finde ich:
252 茶 Tee tea
Wer ist so nett und kopiert mir, was Heisig /Rautner dazu schreibt?
LG
yamaneko

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.06.12 10:05 von yamaneko.)
05.06.12 10:01
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Turtle Hermit
Unregistriert

 
Beitrag #95
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
Hallo Yamaneko,

da hole ich doch glatt die fast unbenutzte Heisig-Reihe hervor, um Dir diesen Gefallen zu tun:

Zitat:As everyone knows, tea is made from tea leaves. But the tea
plant itself has its own flowers, which can be quite beautiful and
add a special flavor to the tea, as the Chinese found out already
over 4,600 years ago. With the image of a terrace of flowering
tea bushes in mind, picture very l-o-n-g wooden poles (frame
195) placed here and there in their midst, with a tiny umbrella
at the top to shade the delicate-tasting tea flowers.

Mit den hölzernen Stäben bezieht er sich auf das Zeichen für Baum, Holz. Das Radikal für Gras/Bambus hat er einfach als
Blume genommen und mit Regenschirm meint er hier nur das "Dach" - er hat ja teilweise seine eigenen Radikale eingeführt.


Ich bin generell kein Freund, dieser Methodik. Er hat ein paar tolle, kurze Geschichten für ein paar Zeichen
auf Lager, aber bei den meisten Zeichen kommt dann so ein Mist wie hier bei rum.
Die einzige Methode, wie man die Kanji auf dauer in seinem Gehirn verankern kann, ist, sie einfach immer wieder und
wieder zu schreiben. Ein Freund von mir hat das zuerst mit den Radikalen gemacht - jeden Tag 3 Stunden: Radikal + Bedeutung.
Dann weiter mit den ersten 500 - 700 Zeichen: Kanji, Lesungen, Bedeutungen - 3 - 4 Stunden am Stück.
Nach einem halben Jahr oder so, konnte er die Zeichen wohl vor seinem geistigen Auge sehen und es waren nicht mehr
einfach nur irgendwelche Anhäufungen von Strichen. Von da an ging es merklich schneller mit dem Lernen und er musste jedes
neue Kanji nicht mehr 100 mal schreiben, sondern vielleicht nur 10 mal und manche brauchte er sich nur anzugucken.
Als er merkte, dass es ihm leichter fiel, fing er auch an, Vokabeln in Kanji geschrieben zu lernen. Er legt nicht mehr
großen Wert auf die Lesungen der Zeichen, und lernte nur noch die Lesungen, die auch in den jeweiligen Wörtern auftauchten.

Danach muss man natürlich täglich lesen und schreiben, um in der Übung zu bleiben.


Ich bin mittlerweile von den Kanji ganz ab. Ich habe mich relativ früh nur noch aufs Sprechen konzentriert und kann
mich mittlerweile bestens auf Japanisch unterhalten. Die Zeit, die man als Lernender in das Erlernen der Kanji stecken
muss, ist es meiner Meinung nach nicht wert (wenn man nicht Japanologe werden will und natürlich darauf angewiesen ist).

Ich hoffe, ich konnte Dir mit dem kleinen Heisig-Auszug weiterhelfen.

Alles Gute,
Turtle Hermit
05.06.12 23:22
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Yano


Beiträge: 2.074
Beitrag #96
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
Dem Turtle Hermit stimme ich einerseits zu:
I.d.T. ist die anekdotische Deutung der Schreibweise nicht viel Beachtung wert, zumal es in diesem Kulturbereich immer wieder Rechtschreibreformen gegeben hat, die das Schriftbild verändert haben. Aber wenn Deutungen, auch Fehldeutungen beim Memorieren als hilfreich empfunden werden, bittesehr.

Andererseits: Gar keine Kanji mehr?! Soweit heruntergekommen ist die japanische Sprache weiß Gott noch nicht. Ja, sie ist auf diesem Weg, abwärts.
Wir werden Wortgrenzen kriegen und dann die Kanji abschaffen, wie die Koreaner, es ist ein Jammer.
06.06.12 00:11
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yamaneko


Beiträge: 2.615
Beitrag #97
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
@Turtle Hermit
Danke für das Zitat. Ich habe vier Semester Etymologie gehört und in meinem Skriptum steht: "Aus Blättern von Pflanzen hergestelltes Getränk, das den Körper entspannt (mit einem Spaten verteilen): Tee.
CHA Tee
SA
(Erich Holubowsky, DIE CHINESISCHEN SCHRIFTZEICHEN IM JAPANISCHEN)ein Uniskriptum, nach einer zweisemestrigen Vorlesung, die ich gerne besucht habe.(vor 1988)

Strategie gegen das Vergessen ist, nicht aufzuhören, sich mit einer Sprache zu beschäftigen. Das mache ich aber gerade wieder mit Japanisch! Dass ich aber ein Zeichen mit der Nummer 251 im Hadamitzky nicht mehr kenne, das hat mich schon enttäuscht!
Ich habe beim Lernen der Kanji viel geschrieben und immer die "Radikale" dazugedacht, womöglich sogar mit der Nummer. Eine schöne Zeit war das, damals!

06.06.12 09:47
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WedgeAntilles


Beiträge: 104
Beitrag #98
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
(05.06.12 23:22)Turtle Hermit schrieb:  Ich bin generell kein Freund, dieser Methodik. Er hat ein paar tolle, kurze Geschichten für ein paar Zeichen auf Lager, aber bei den meisten Zeichen kommt dann so ein Mist wie hier bei rum.

Klingt erstmal nach Mist, aber der Erfolg (zumindest bei mir) gibt der Methode Recht. Es gibt allerdings zwei Probleme: 1. Meine eigenen Geschichten (für den Großteil der Kanji muss man sich ja selbst etwas überlegen) sind oft nicht so einprägsam. 2. Manchmal ist es schwer, sich bei den Geschichten auf die tatsächlich im Kanji vorkommenden Radikale zu konzentrieren (lang, winzig, Schatten, Busch, delikat kämen im Beispiel ja z. B. auch in Frage).
06.06.12 13:28
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lekro


Beiträge: 316
Beitrag #99
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
(05.06.12 23:22)Turtle Hermit schrieb:  Die Zeit, die man als Lernender in das Erlernen der Kanji stecken muss, ist es meiner Meinung nach nicht wert (wenn man nicht Japanologe werden will und natürlich darauf angewiesen ist).
Man ist dann halt Analphabet. Man kann so zwar leben, aber besonders angenehm stell ich mir das nicht vor.
06.06.12 16:39
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yamaneko


Beiträge: 2.615
Beitrag #100
RE: Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
Tut mir leid, dass ich diesen Link wieder hervorgeholt habe, um über mein "Vergessen" zu berichten, das ja nur für mich interessant ist. rot
Dass ich aber damit zu einer Heisig-Diskussion Anlaß gegeben habe, ist nicht im Sinne des atomu (siehe Einleitung).
Bitte Fortsetzung in einem der zahlreichen Heisigtreads in diesem Forumgähn

07.06.12 08:23
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Der Kampf gegen das Vergessen. Strategien dazu bei mehr als 500 gelernten Kanji.
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