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Kanji und deren Übersetzung
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Anonymer User
Gast

 
Beitrag #1
Kanji und deren Übersetzung
Tag zusammen! hoho

Ich habe angefangen japanisch zu lernen und bin bei meinen ersten Kanji wohl oder übel gelandet. Jaja, ich hab mich schon mit den verschiedenen Lesungen abgefunden, auch wenn es nervt. hoho

Mein eigentliches Problem :
Habe mir verschiedene Internetseiten angesehn und festgestellt das manche nur 1 oder 2 Übersetzungen für ein Kanji haben und andere bis zu 10 Stück. huch
Muss ich da auch alle mitlernen oder reichen die häufigsten Bedeutungen?

Frage mich auch wo der Zusammenhang besteht zwischen hoch und adel. *gg*

LG,
Elenora
18.04.04 13:37
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #2
RE: Kanji und deren Übersetzung
Ein Tipp von mir:
Lerne am Anfang nur eine ON-, ein KUN-Lesung und eine deutsche Bedeutung. Der Rest leitet sich meist sowieso davon ab (z.B. MI/BI, GAKU/KAKU oder in der KUN-Lesung meist grammatikalische Verbvarianten (aku, akeru etc.)
18.04.04 14:12
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Anonymer User
Gast

 
Beitrag #3
RE: Kanji und deren Übersetzung
Bei Kanji ist Phantasie gefragt, denn oft hat ein japanisches Wort verschiedene deutsche Bedeutungen, die erst auf den zweiten Blick ähnlich sind (z.B. Sonne und Tag, bei näherer Betrachtung sind beide ziemlich hell...).

Nach langer Suche habe ich für mich das richtige Buch entdeckt: Expresskurs japanische Schriftzeichen von Langenscheidt, ISBN 3468271905. Die Entstehung der Zeichen wird erklärt, was zwar erst mal aufwendiger ist, letzten Endes aber interessant und hilfreich, denn stures Auswendiglernen ist der größte Fehler, den man beim Lernen von Kanji machen kann.

Viel Spaß!
19.04.04 08:03
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #4
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zitat:denn stures Auswendiglernen ist der größte Fehler, den man beim Lernen von Kanji machen kann.

Wirklich? Dann machen 100% aller Japaner dabei den größten Fehler, den man machen kann. In der japanischen Schule werden nämlich fast nie "Eselsbrücken", historische Herleitungen o. ä. zu den Kanji gelehrt, sondern man erwartet von den Schülern, daß sie die Zeichen quasi nebenbei mitlernen.

Das sieht dann meist so aus, daß in den Texten der Lehrbücher nach und nach immer wieder neue Kanji eingestreut sind (jeweils die ersten paar Male noch mit Furigana = danebenstehenden Hiragana-Zeichen, die die Lesung angeben), daß die Schüler diese Kanji im "Pick-up"-Verfahren (so nennen sie das wirklich!) quasi "einsammeln"/"auflesen" und daß sie dann am Ende der Stunde alle neu vorgekommenen Kanji zehnmal schreiben sollen. In der Regel macht man dann in der nächsten Stunde noch eine Übung oder einen Test zu diesen (und früheren) Kanji und weiter geht's...

Was ich damit sagen will, ist: Stur-auswendig-Lernen muß nicht unbedingt "der größte Fehler" sein, "den man machen kann". Es gibt keine universelle Super-Methode, von der man sagen könnte, daß sie für jeden x-beliebigen Lerner die Optimal-Variante darstellen würde, Kanji zu lernen. Der Weg über die (oftmals erfundene) "historische" Herleitung ist einer, der funktionieren kann, aber es ist nur einer von vielen. Andere versuchen, sich die Kanji mittels (mitunter völlig abgehobener, aber lustiger) Merksprüche zu merken, andere merken sich einfach das komplette optische Erscheinungsbild (das ist z. B. meine Methode - und sie ist genaugenommen nichts anderes als sehr stures Auswendiglernen), andere lernen Kanji durch stures zigmaliges Schreiben, wieder andere kombinieren verschiedene dieser Methoden oder noch ganz andere. Welche der Methoden für einen selbst die beste ist, muß man im Selbstversuch herausfinden, denn das hängt sehr davon ab, was für ein Lerntyp man ist.

Und nicht zu vergessen: Das Aussehen eines Kanji zu lernen, ist die eine Sache. Dann auch noch zu wissen, wie man es lesen kann, ist eine zweite! (Die man leider noch lange nicht beherrscht, bloß weil man endlich weiß, wie das Kanji aussieht.) Beim Lesungs-Lernen muß man wohl oder übel doch (stur) auswendiglernen bzw. im Zusammenhang mit Vokabeln, die man aber auch wieder (stur) auswendig lernen muß.

Aber gerade hier im Forum sind schon seeeehhhr viele Methoden vorgestellt und Lernhilfen, Bücher usw. genannt und z. T. auch rezensiert worden. Stöbert ein bißchen hier rum, und ihr werdet sehen, daß es da sehr verschiedene Meinungen und sehr verschiedene Möglichkeiten gibt. Die für euch passende findet ihr nur durch eigenes Ausprobieren.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.04.04 09:15 von Botchan.)
19.04.04 09:03
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Datenshi


Beiträge: 819
Beitrag #5
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zustimmung. "Stures Auswendiglernen" muß keineswegs schlecht sein, bei mir z.B. hats vorzüglich geklappt bisher... Beim kanji-Aufstocken kommt mir diese Methode am gelegensten, sie ist schnell, effektiv und kommt vor allem ohne hirnrissige Eselsbrücken und inkorrekte Herleitungen aus. Was nicht bedeutet, daß ich mich nicht für die Herleitungen interessiere, aber das ist sekundär und eher hobbybedingt, zum Lesen/Schreiben braucht man das einfach nicht, zudem würde ich mich da an keines der Bücher wenden, die ich bisher hier im Forum vorgestellt gefunden habe - wofür gibts die neueren Werke von Shirakawa Shizuka? Wer ernsthaft an der Herleitung von kanji angefangen bei den 甲骨文字 interessiert ist, kommt an diesem älteren Herrn schlichtweg nicht vorbei. Allerdings ist das mit Sicherheit keine Lektüre für Anfänger des Japanischen oder Leute, die irgendwie kanji lernen wollen.

Und wie Botchan auch schon völlig richtig sagte: Sich die Bedeutung und das Aussehen eines kanji zu merken ist eigtl. gar nicht so sehr das Problem - vielmehr sind es die Lesungen, vor allem kun'yomi, zudem auch Verwendungsweise im Hinblick auf (Schein-)Synonyme etc. pp.
In anderen Worten: Auch irgendwelche hirnrissigen und meist auch noch auf lustig getrimmten Herleitungen können einem höchstens bei einem kleinen Anteil dessen, was das kanji-Lernen ausmacht, helfen.

(Nebenbei bemerkt gibt es auch durchaus Bereiche, bei denen ich nach aller Möglichkeit nicht nach dem Prinzip "alles in den Kopf hämmern, es geht nicht ums Begreifen sondern ums Behalten" vorgehe... vor allem bei Syntagmen, grammatikalischen Gemeinheiten etc. Hier halte ich wirkliches Verständnis für essentiell, mit sturem Einbleuen und Behalten kann unmöglich ein wirkliches Verständnis für die Sprache erreicht werden.)

種種求生剥逆剥阿離溝埋屎戸上通通婚馬婚牛婚鷄婚犬婚之罪類
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.04.04 09:51 von Datenshi.)
19.04.04 09:48
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #6
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zitat: ...wofür gibts die neueren Werke von Shirakawa Shizuka? Wer ernsthaft an der Herleitung von kanji angefangen bei den 甲骨文字 interessiert ist, kommt an diesem älteren Herrn schlichtweg nicht vorbei.

Kannste da mal das eine oder andere hier vorstellen? Aber lieber in einem neuen Thema mit aussagekräftiger Überschrift. Wäre sehr interessiert, fahre demnächst 2 Wochen nach Tokyo und könnte mir was beschaffen.

正義の味方
19.04.04 11:10
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #7
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zitat:
Zitat:denn stures Auswendiglernen ist der größte Fehler, den man beim Lernen von Kanji machen kann.

Wirklich? Dann machen 100% aller Japaner dabei den größten Fehler, den man machen kann. In der japanischen Schule werden nämlich fast nie "Eselsbrücken", historische Herleitungen o. ä. zu den Kanji gelehrt, sondern man erwartet von den Schülern, daß sie die Zeichen quasi nebenbei mitlernen.

@Botchan:
Vergiss eins bitte nicht: Japaner lernen nur scheinbar stur! Es gibt ja nur Japanisches um sie herum, sie werden ja 24h am Tag und 7 Tage die Woche mit Kanji konfrontiert und der Sprache konfrontiert und das fördert die Assoziation zur Bedeutung. Bei Deutschen hier ist das anders. Sie haben meist nur 1 - 2 x pro Woche Zeit und Lust und hier empfehlen sich eher Eselsbrücken oder Mnemotik (oder wie das heisst) als das sture Auswendiglernen. Vor allem ist ohne regelmäßigem Gebrauch das sture Lernen sowieso für die Katze!!! (=^.^=)

Ich habe zumindest dadurch schöne Erfolge. Ausserdem hasse ich Auswendiglernen wie die Pest.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.04.04 13:42 von Koorineko.)
19.04.04 13:39
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #8
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zitat:Bei Deutschen hier ist das anders. Sie haben meist nur 1 - 2 x pro Woche Zeit und Lust und hier empfehlen sich eher Eselsbrücken

Also, Datenshi und ich sind auch Deutsche. Und trotzdem funktioniert bei uns stures Auswendiglernen am besten. Außerdem bezweifle ich stark, daß jemand bei 1 bis 2 Mal Kanji-Lernen pro Woche auf einen grünen Zweig kommen wird... Meiner Erfahrung nach hat das nur einen nennenswerten Sinn, wenn man es täglich praktiziert.

Aber worauf es mir vor allem ankam, war zu betonen, daß es nicht DIE richtige oder DIE falsche Methode gibt, Kanji zu lernen. Was bei dem einen funktioniert (z. B. Eselsbrücken, Merksprüche, ...), nutzt dem anderen möglicherweise nicht besonders viel. Und stures Auswendiglernen ist eben durchaus nicht als "größter Fehler, den man machen kann" grundsätzlich abzulehnen. Es gibt sehr wohl auch Leute, bei denen das gut funktioniert, z. B. Datenshi und mich. Wer es nicht mag, muß es ja nicht praktizieren, aber deswegen gibt es trotzdem Leute, die damit gut klarkommen. Also kann es ja wohl nicht "der größte Fehler" sein, "den man machen kann". Jeder muß für sich selbst die Methode finden, die ihm am besten zusagt... und eine der Möglichkeiten ist und bleibt eben auch "stur auswendiglernen". Nicht mehr und nicht weniger wollte ich mit meinem Posting zum Ausdruck bringen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.04.04 14:04 von Botchan.)
19.04.04 13:54
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Anonymer User
Gast

 
Beitrag #9
RE: Kanji und deren Übersetzung
Ich kann nichts zu anderen Methoden sagen und sie bewerten, aber ich kann erzählen, wie es bei mir war.
Im Grundstudium (Japanologie) habe ich versucht im ersten Jahr die jôyô-kanji zu lernen, auswendig, mit der Brechenstangenmethode. Dazu habe ich selbstgemachte Karteikarten mit allen Lesungen benutzt, die ich täglich dreimal, sieben Tage die Woche wiederholte. Im Ergebnis konnte ich mir dann ca. 1600 merken. Die "restlichen" folgten dann im zweiten Jahr. Ich empfand es als ungemein hilfreich, die gebräuchlichsten Zeichen schon vor meinem Japanaufenthalt zu können, weil ich mich dort auf das Sprechen und Lesen von Texten konzentrieren konnte, natürlich musste ich trotzdem noch oft nachsehen, man ist ja keine Maschine zwinker Eselsbrücken haben mir nie viel gebracht, da sowas beim Lesen nur Zeit kostet, bis man ein Zeichen identifiziert hat. Kennt man es auswendig, kommt die Lesung nur so herausgeschossen. Mit der Lektüre von Texten denkt man irgendwann nicht mehr darüber nach. Bis auf sehr seltene Lesungen war ich immer wieder überrascht, wieviel ich doch mit dieser Methode behalten konnte. Nach ein paar Jahren hätte ich wahrscheinlich auch die Eselsbrücken vergessen *g*. Da ich Japanisch nie als Hobby in dem Sinne betrieben habe, bin ich mir nicht sicher, ob die Methode auch für sporadisch Lernende zu empfehlen ist. Jedoch mit ein oder zwei Mal wiederholen die Woche, da gebe ich Botchan recht, kommt man mit keiner Methode so richtig weit. kratz

Zum eigentlich Problem bzgl der on und kun -Lesungen: beide sind unabdingbar und müssen gelernt werden, am besten auf einmal. Wer sich die Mühe machen will, lernt die chinesische Lesung (meistens nur eine) gleich dazu. hoho
19.04.04 14:42
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Gast

 
Beitrag #10
RE: Kanji und deren Übersetzung
Zitat:Ich kann nichts zu anderen Methoden sagen und sie bewerten, aber ich kann erzählen, wie es bei mir war.
Im Grundstudium (Japanologie) habe ich versucht im ersten Jahr die jôyô-kanji zu lernen, auswendig, mit der Brechenstangenmethode. Dazu habe ich selbstgemachte Karteikarten mit allen Lesungen benutzt, die ich täglich dreimal, sieben Tage die Woche wiederholte. Im Ergebnis konnte ich mir dann ca. 1600 merken. Die "restlichen" folgten dann im zweiten Jahr. Ich empfand es als ungemein hilfreich, die gebräuchlichsten Zeichen schon vor meinem Japanaufenthalt zu können, weil ich mich dort auf das Sprechen und Lesen von Texten konzentrieren konnte, natürlich musste ich trotzdem noch oft nachsehen, man ist ja keine Maschine zwinker Eselsbrücken haben mir nie viel gebracht, da sowas beim Lesen nur Zeit kostet, bis man ein Zeichen identifiziert hat. Kennt man es auswendig, kommt die Lesung nur so herausgeschossen. Mit der Lektüre von Texten denkt man irgendwann nicht mehr darüber nach. Bis auf sehr seltene Lesungen war ich immer wieder überrascht, wieviel ich doch mit dieser Methode behalten konnte. Nach ein paar Jahren hätte ich wahrscheinlich auch die Eselsbrücken vergessen *g*. Da ich Japanisch nie als Hobby in dem Sinne betrieben habe, bin ich mir nicht sicher, ob die Methode auch für sporadisch Lernende zu empfehlen ist. Jedoch mit ein oder zwei Mal wiederholen die Woche, da gebe ich Botchan recht, kommt man mit keiner Methode so richtig weit. kratz

Zum eigentlich Problem bzgl der on und kun -Lesungen: beide sind unabdingbar und müssen gelernt werden, am besten auf einmal. Wer sich die Mühe machen will, lernt die chinesische Lesung (meistens nur eine) gleich dazu. hoho


Oooops, war nicht angemeldet hoho

EDIT: On / Kun-Lesung ? Falscher Thread, mann, bin ich verwirrt heute huch
19.04.04 14:43
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Kanji und deren Übersetzung
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