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Japans Militärpolitik
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #11
RE: Japans Militäpolitik
Der Gedanke, dass China den USA als Militärmacht ebenbürtig sein kann, ist irgendwie nicht sehr angenehm, auch für Nichtjapaner. Was den China-Japan-Konflikt betrifft, da kommt mir nur eine Sache in den Sinn: Gefangenendilemma. No way out. Eine typische Verlieren-Verlieren-Situation. Wenn beide Länder nicht zu Kompromissen bereit sind, da kann gar nichts helfen. Einer meiner Lieblingsausdrücke auf Englisch ist: You can't fix stupid. Passt nicht ganz, aber... In diesem Fall ist es eher: You can't fix stubborn:-)
02.12.12 13:32
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torquato


Beiträge: 2.746
Beitrag #12
RE: Japans Militäpolitik
Ja, ja, traurig aber wahr.

Um so interessanter finde ich es eigentlich, daß es Chinas Druck auf Burma war, der dazu geführt hat, daß das Land einen Wandel vollzieht und sich öffnet. Wenn ich das richtig mitbekommen habe. Viel erfährt man ja nicht gerade von den politischen Vorgängen in den Ostasiatischen Ländern aus der deutschen Presse. Außer vielleicht es kracht irgendwo ein Tunnel zusammen. Das Auto ist halt doch des Deutschen liebstes Kind.
.
03.12.12 00:03
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global mind


Beiträge: 173
Beitrag #13
RE: Japans Militäpolitik
(02.12.12 13:32)Narutoforever schrieb:  Der Gedanke, dass China den USA als Militärmacht ebenbürtig sein kann, ist irgendwie nicht sehr angenehm, auch für Nichtjapaner. Was den China-Japan-Konflikt betrifft, da kommt mir nur eine Sache in den Sinn: Gefangenendilemma. No way out. Eine typische Verlieren-Verlieren-Situation. Wenn beide Länder nicht zu Kompromissen bereit sind, da kann gar nichts helfen. Einer meiner Lieblingsausdrücke auf Englisch ist: You can't fix stupid. Passt nicht ganz, aber... In diesem Fall ist es eher: You can't fix stubborn:-)
Wann und ob ueberhaupt China in der Lage sein wird die USA militaerisch zu ueberholen ist ziemlich ungewiss. In naher Zukunft jedenfalls duerfte die militaerische Vorherrschaft der USA nicht zu brechen sein. Auch scheint sich China mit der Rolle als Regionalmacht zu begnuegen.

Einen Ausweg aus dem Dilemma, dazu noch einen nachhaltigen, gebe es meiner Meinung nach. Und zwar der Gang Japans nach Canossa: eine aufrechte Entschludigung verbunden mit einer gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte, angemessene Reparationzahlungen und einer zukuenftigen (multilateralen) Zusammenarbeit auch in Sicherheitsfragen. Wie realistisch das im Moment bei den derzeitigen Toenen, die Abe, Hashimoto und Ishihara von sich geben, ist, kann sich ja jeder selber beantworten.
Wie China mit einen ernst gemeinten Vorstoss in dieser Richtung seitens Japan umgehen wuerde, duerfte ebenso interessant zu verfolgen sein.
Zu guter letzt wuerde noch der Segen der USA noetig sein. Alles in allem sehen die Aussichten fuer eine solche Loesung zur Zeit wohl eher duester aus. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.12.12 03:45 von global mind.)
03.12.12 02:57
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #14
RE: Japans Militäpolitik
Shintaro Ishihara, seit 13 Jahren Gouverneur in Tokyo und Begründer der neuen konservativen Partei irritiert nicht nur
Japans politisches Establishment, sondern berechtigterweise auch die chinesischen Nachbarn.
Er schockt mit radikalen Thesen:" Russland hat unser Territorium gestohlen. Die Russen haben Atomwaffen. China hat
ebenfalls Atomwaffen und ist dabei, Japans Territorium zu stehlen. Und wir sind die dummen Pazifisten", philosophierte
er jüngst vor Journalisten. Japan wolle über Atomwaffen nachdenken, wohl wissend, dass er ein Tabu bricht im Land
der Tragödien von Nagasaki und Hiroshima.
Ishihara nutzt die Angst der Bevölkerung vor einem starken China. Er rekrutiert geschickt Überläufer aus der konservativen
LDP und derzeitigen DPJ. Er nutzt die Besorgnis der Bevölkerung über Japans Rückfall in die Rezession.
Chinas Medien reagieren zu Recht auf den Erfolg Ishiharas und Pekings Staatsfernsehen tituliert ihn als Fahnenträger
der extremen Rechten.
Ishihara scheint zu ahnen, dass sich Japan nur langsam ändern wird. Am Tag der Parteigründung sagte er:"Ich wünsche
mir, dass wir alten Wilden bald eine neue Generation junger Rebellen inspirieren werden."

Ein Grund zu höchster und berechtigter Besorgnis in den Nachbarstaaten Japans.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.12.12 12:16 von Hachiko.)
03.12.12 12:14
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Yano


Beiträge: 2.117
Beitrag #15
RE: Japans Militäpolitik
Weil ich gefragt wurde:
Um den Forumsfrieden nicht zu stören, gebe ich hier angedeuteten antijapanischen Geschichtsauffassungen kein Kontra.
04.12.12 13:10
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #16
RE: Japans Militäpolitik
(04.12.12 13:10)Yano schrieb:  Weil ich gefragt wurde:
Um den Forumsfrieden nicht zu stören, gebe ich hier angedeuteten antijapanischen Geschichtsauffassungen kein Kontra.

Nanu Yano, was hat es mit antijapanischer Haltung zu tun, wenn hier Fakten auf
den Tisch gelegt werden.
Ich weiss, Japaner sind es nunmal nicht gewohnt, dass konstruktive Kritik ausgeübt
wird, sollten sich langsam aber sicher mit der Tatsache abfinden müssen oder wollen,
wie man es eben betrachten mag, dass das Ausland die dortige politische Szene
stets mit Argwohn betrachtet. Jeder Schritt und Tritt, der auf diesem Parkett
begangen wird, lässt ganz besonders in China den Seismographen hochschlagen.
Man sollte sich mit Tatsachen entweder auseinandersetzen bzw. damit abfinden
können.
04.12.12 13:27
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global mind


Beiträge: 173
Beitrag #17
RE: Japans Militäpolitik
(04.12.12 13:10)Yano schrieb:  Weil ich gefragt wurde:
Um den Forumsfrieden nicht zu stören, gebe ich hier angedeuteten antijapanischen Geschichtsauffassungen kein Kontra.

Erst Interesse wecken, und dann nichts sagen wollen. Sowas ham wa gerne...
05.12.12 07:42
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #18
RE: Japans Militäpolitik
Womöglich liegt es am Schnell-Lesen, aber ich erkenne keine antijapanischen Gesichtsauffassungen bei den bisherigen Beiträgen. Es ist eine normale Diskussion. Leider habe ich das Wort "Militär" benutzt, weil ich gerade im Englisch-modus war und das ist dort das übliche Wort, wenn es um die Streitkräfte geht.

Die Beziehungen China-Japan sind mit Sicherheit komplizierter als die Beziehungen Frankreich-Deutschland vor einigen Jahren. In Europa war es so, dass eine Siegermacht plötzlich mit den besiegten (Deutschland, Italien) kooperieren wollte. Das war am Anfang mehr politisches Wunschdenken, was sich der Robert Schuman ausgedacht hat. Bei China-Japan gibt es unglückliche Momente, die lange nicht aufgearbeitet worden sind, weil China das war, war es war. Jetzt mit der Aufarbeitung anzufangen, ist zu spät.
05.12.12 09:56
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #19
RE: Japans Militäpolitik
Jetzt mit der Aufarbeitung anzufangen, ist zu spät
___________________________________________

Wie wahr, und zwar ganze 67 Jahre zu spät, weil Japan sich noch immer weigert, sich offiziell bei China zu entschuldigen
und bisher keinen müden Yen an Reparationsleistungen gezahlt hat.
An japananischen Schulen wird kein Sterbenswörtchen über diesen unrühmlichen Teil der nationalen Geschichte vergeudet,
geschweige denn in Geschichtsbüchern niedergeschrieben. Da Thema ist dort Tabu.
Deutschland hingegen hat sich x-mal entschuldigt, Willy Brandt ist in Warschau sogar
in die Knie gegangen, Unsummen an Repartionszahlungen wurden geleistet, an Schulen,
Universitäten das Thema diskutiert und noch heute,habs gerade gestern bei Phoenix
gesehen, durch die Medien immer wieder ins Gespräch gebracht.
Gibt es solche Sendungen eigentlich in Japan, ich wette, keine einzige.
05.12.12 13:01
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torquato


Beiträge: 2.746
Beitrag #20
RE: Japans Militäpolitik
Reparationszahlungen sind nicht das Thema. Sie würden auch von keinem Menschen mit halbwegs gesundem Menschenverstand ernsthaft gefordert oder angestrebt werden. Die wären auch so exorbitant, daß sie die Spannungen, Probleme und Ressentiments eher noch verschärfen würden.

Was viel wichtiger wäre, wäre eine offene, ehrliche und verantwortungsbewußte Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, inklusive Schuldanerkenntnis bezüglich des historischen Erbes, und der Wille hin zu einer ernsthaften aufrichtigen Aussöhnung. Da sieht es leider, um es diplomatisch zu vormulieren, leider etwas bescheiden aus.

Deutschland hat übrigens keinen einzigen Pfennig, bzw. Cent an Reparationszahlungen für den 2. Weltkrieg gezahlt. Sämtliche bisherigen Zahlungen und Entschädigungen als Folge des 2. Weltkriegs sind im rechtlichen Sinne keine Reparationen.
Die BRD und nach der Wiedervereinigung Gesamtdeutschland hat allerdings sehr lange noch Reparationszahlungen für den 1. Weltkrieg geleistet. Die letzte Zahlung erfolgte am 3. Oktober 2010.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Re..._Weltkrieg
05.12.12 13:37
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Japans Militärpolitik
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